25. mai 2002, elektronische tanzmusik, schönwalde
am
letzten maiwochenende versammelten sich größen
wie westbam, rok, paul kalkbrenner oder autotune in schönwalde
nördlich von berlin. 17 euro eintritt lagen vielen
schwer im magen, doch die qualitativ hochwertigen sets und
der feine sound stimmten versöhnlich. als jedoch um
neun plötzlich schluss war, gingen die meisten eher
unzufrieden.
mit starker verspätung auf grund von orientierungs-
problemen erreichte die housefloor.de crew an jenem 25.
mai 2002 das gelände, das wir allerdings erst nach
einer kleinen filzung durch ordner (vermutlich auf der suche
nach blinden passagieren) betreten durften. das areal des
elektronische: tanzmusik open airs bestand aus einem zirkuszelt
mit parkplatz und weitläufiger open air anlage in der
nähe des schlosses dammsmühle.
da die engel zu weinen schienen, flüchteten wir sofort
ins zirkuszelt. dort verweilten wir dann auch, da die sehr
hübsch zusammengemischten beats and breaks von hardy
hard uns nicht mehr losließen. krasse vocals brachten
die verschiedenartigsten nuancen des guten techno zum vorschein.
mal schnell, mal langsam aber immer irgendwie mitschleifend.
später wurde die musik technoider und schneller, die
stimmen harmonischer. für eine halbe stunde versetzten
mich die sauberen mixe in einen regelrechten tanzrausch,
an den ich mich erst im nachhinein erinnern konnte. das
war schön.
den open air floor erreichte man über einen weg zwischen
schloss und see hindurch. in mitten der tanzfläche
gab es einen schönen, großen, alten springbrunnen.
zu erstklassigem house von aybee sprangen mehrere hundert
leute wie früher wassertröpfchen aus dem brunnen.
bevor er sich mit wasser gefüllt hatte, tanzten sogar
welche drin.
gegen acht uhr hatte es kurz aufgehört zu regnen. ich
wollte also den open air noch mal richtig rocken, doch da
war bereits dicht. sehr schade.
als um neun uhr einige von uns gerade aus ihrer ruhephase
erwachten und eine zweite runde, die meist bis mittag andauert,
über den wiesenboden tanzen wollten, wurde zum erschrecken
aller die musik ausgemacht. ende, feierabend. eine gruppe
feiersüchtiger brachte ihr erstaunen durch "wir
haben 17 euro bezahlt!!!"-rufe zum ausdruck. anschliessende
kleinere querelen auf dem parkplatz ließen nicht auf
sich warten.
während wir noch fassungslos überlegten, was wir
denn nach diesem jähen abbruch der party mit dem jucken
in unseren beinen anfangen sollten, wurden wir um viertel
vor zehn dezent vom parkplatz geschmissen.
doch auch die heimreise durften wir nicht ohne kontrolle
antreten, diesmal durch die grünen beamten. als dann
wirklich alle ganz sicher waren, dass wir nichts unanständiges
dabei hatten, suchten wir uns geschwind ein ruhiges plätzchen
im grünen, wo uns niemand die mucke aus den autoradioboxen
abdrehte oder uns vertrieb.
wieder einmal hat der anhaltende regen den zauber einer
party getrübt. aber auch die fiesen kontrollen bei
an- und abfahrt, der doch etwas zu hohe eintrittspreis für
anderthalb floors sowie das frühe ende und unsere vertreibung
vom gelände erhalten den bitteren nachgeschmack dieser
party. nichts zu meckern gibt es allerdings an der exzellenten
technik im zirkuszelt sowie der qualität der beats,
die dem feiernden um die ohren schlugen. zwischen den boxen
kam mir sogar die erkenntnis, dafür nicht weniger eintritt
hinlegen zu können. für große namen zahlt
man eben mehr, weil's einfach besser klingt. der fiese zeitige
abruch allerdings ist ein schlag ins gesicht eines jeden
partyverrückten, der sich auch von diesem schaurigen
wetter nicht abschrecken ließ. blöd ist, wenn
veranstalter da anders denken.