eine reise zur sonne, zum mond und zu den sternen.
es war ein ganz normaler donnerstag-abend im august 2005 irgendwo in norddeutschland.
wohl präpariert, mit tonnen von nahrung und einem chevrolet-van der marke „porno-schlitten“ ausgerüstet, machten sich ein paar junge menschen auf die reise in ein land jenseits der elbe. |
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saalburg hieß das ziel. ein kleiner ort in thüringen an einem riesigen stausee, der nun schon das neunte jahr in folge eines der größten festivals deutschlands beherbergen sollte.
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wie auch im vorjahr würde auch sonne mond sterne 2005, so munkelte man, ausverkauft sein und so kam es, dass wir frühzeitig in richtung party-wochenende aufbrachen.
nach etwas mehr als vier stunden fahrt, erreichten wir das festivalgelände. wie erwartet, waren wir nicht die einzigen, die es vorzogen, rechtzeitig und vor allen anderen, anzureisen. nach ein paar diskussionen über stellplatz und lauten oder leisen campingplatz, fanden wir für uns und unseren chevi einen schönen platz mit blick auf die noch eher mittelgroße zeltstadt und den zukünftigen ort des geschehens – die zirkuszelt-ansammlung der veranstalter.
den ganzen freitag über konnten wir beobachten, wie immer mehr zelte sprichwörtlich aus dem boden schossen und die autoschlange am eingang länger und länger wurde. an dieser stelle möchte ich mich noch mal ganz lieb bei norman bedanken, der mir eindringlich dazu riet, so früh wie möglich nach saalburg zu fahren! ;-)
wir, die schon alles aufgebaut hatten, sahen entspannt dem einlass entgegen und tingelten auf dem riesigen camping-gelände von einer privat-party zur nächsten.
denn auch wenn das eigentliche sonne mond sterne festival noch in den startlöchern steckte, sorgten schätzungsweise zwanzig mehr oder weniger professionelle „bühnen“ mit den unterschiedlichsten stilen für ein gelungenes warm-up.
irgendwann gegen 18 uhr wurde das gequäke der anlagen der hochleistungs-amateure von musik aus richtung festivalgelände übertönt - na ja, untermalt - und das warten hatte endlich ein ende. leider auch das bisher gute wetter – pünktlich zum einlass fing es an zu regnen.
die schlangen vor den sicherheitskontrollen waren ziemlich lang und nicht überdacht, so dass wir es vorzogen erst später aufzubrechen, in der hoffnung, dass das wetter es sich noch einmal anders überlegt. |
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der erste act, den ich auf keinen fall verpassen wollte, war t.raumschmiere. nachdem ich das gesamte festivalgelände inspiziert hatte, fand ich mich also in der ersten reihe vor der hauptbühne wieder.
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t.raumschmiere waren wie erwartet hart aber herzlich und halfen mir über meine erste enttäuschung dieses festival-wochenendes hinweg. weit und breit nur dixie-klos. keine toiletten-container wie auf dem zeltplatz. es gibt leute, die mir nachsagen, ich sei eine prinzessin, aber mit dem titel kann ich leben, wenn es darum geht zu wissen, ob ich ohne herpes zu bekommen, meine „notdurft“ verrichten kann, denn mädchen haben es nicht so leicht wie die herren der schöpfung..
ich musste mich also von dem gedanken verabschieden unmengen an bier und co in mich hineinzuschütten und war dementsprechend deprimiert. jedes mal also, wenn ich gepflegt auf die toilette gehen wollte, musste ich etwa einen kilometer zurück auf den zeltplatz laufen, mich durch menschenmassen in die „falsche richtung“ drängeln und zurück genau die selben strapazen auf mich nehmen – ganz nebenbei würde ich natürlich die besten djs und live-acts verpassen. es war für mich dementsprechend von anfang an klar, dass ich überwiegend nüchtern und durstig bleiben würde.
diesem kleinen privaten drama, konnte ich mich allerdings nur kurzzeitig hingeben, denn durch das gigantische line-up von sms 2005 überschnitten sich die acts, die ich unbedingt sehen wollte, ständig. bis in die morgenstunden war ich also damit beschäftigt von zelt zu zelt und von bühne zu eilen und dort zu verweilen wo es mir am besten gefiel. so richtig genießen kann man die musik allerdings nicht wirklich, da man, wenn man so wie ich, keine chemischen drogen konsumiert, ständig das gefühl hat irgendetwas zu verpassen. letztendlich bin ich aber ganz zufrieden mit dem was ich gesehen habe, obwohl ich meine freude darüber erst wieder am chevi mit einem bekannten menschen teilen konnte, denn bei über 65 000 leuten ist es vorprogrammiert, dass man sich schnell aus den augen verliert. so war ich ziemlich von anfang an solo unterwegs und habe helden der elektronischen musik gesehen. allein freitag unter anderen: röyksopp, nothern lite, alter ego, andreas dorau, munk, ada und tiefschwarz. irgendwann nach mitternacht hatte der festival-freitag seinen gefühlten besucher-höhepunkt erreicht und in einigen zelten (vor allem im ganz großen) ging so ziemlich nichts mehr. kein vor, kein zurück. kein ein- und kein ausatmen. das kondenswasser rann in strömen die zeltwände herab oder tropfte gleich von ganz oben auf die massen.
man konnte sich zwar aufwärmen, denn draußen war es nach wie vor unsommerlich kalt und hin und wieder gab es den einen oder anderen schauer, aber sehr lange hielt ich es in den überfüllten zelten auch nicht aus. zu eng. zu stickig.
es interessiert mich wirklich, ob es bautechnisch nicht möglich wäre eine lüftung in solch großen zelten zu installieren, die es schafft die luftfeuchtigkeit zu regulieren. in der übertreibung liegt ja bekanntlich die anschaulichkeit, aber ich schätze mal ganz grob, dass sich mindestens dreißig prozent der partypeople an diesem wocheende erkältet haben.
irgendwann war mir der gigantische menschenauflauf einfach zu krass und ich habe das gelände für eine halbe stunde verlassen und mich zurück zu unserem chevi gekämpft. wer mal auf einer loveparade war (die mit den besucherrekorden), der weiß wovon ich rede. es war wirklich unglaublich und meiner meinung nach war das gelände zu klein für so viele fetsival-jünger. zumindest hätte es die qualität des feierns entscheidend verbessert, wenn die veranstalter 20 000 leute weniger „reingelassen“ hätten. das ganze sollte allerdings samstag noch eine steigerung erfahren..
gegen acht uhr am samstag morgen fiel ich überglücklich und geschafft ins bett. andreas dorau kann ich live jedem wirklich ans herz legen! ada hat mich auch enorm gerockt und trotz platzmangel waren auch die restlichen erstligisten, siehe oben, ein absolutes erlebnis für augen, ohren und tanzbeine! ;-)
nach dem ausschlafen zu den immer wummernden bässen aus allen möglichen richtungen, erprobten wir die container-duschen des campingplatzes.
steigerung des wohlbefindens um hundert prozent. die duschen und toiletten waren rund um die uhr geöffnet und reinigungspersonal sorgte eben so lange dafür, dass man diese auch benutzen konnte ohne sich zu tode zu ekeln.
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ein paar stunden mussten wir bis zum erneuten einlass noch rumkriegen und verbrachten den großteil der zeit damit, uns die erlebnisse der letzten nacht zu erzählen und die umgebung weiter zu erkunden.
ab 18 uhr ging es wieder los und ich wusste, dass ich mich um die drei stunden an der hauptbühne aufhalten würde, denn ab 21 uhr rockten erst klee die bühne, dann mia. und dann zoot woman. |
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erste reihe. natürlich. klee konnte ich mir vor dem festival überhaupt nicht live vorstellen, mia. kannte ich schon von mehreren konzerten und zoot woman sollten dem ganzen das sahnehäubchen aufsetzen (ewiger geheimtipp von mir). es war grandios, phänomenal gradezu fantastisch! und fantastisch ging es dann im wahrsten sinne des wortes auch weiter mit den fanta 4. zugegeben, ist nicht meine musik und so verließ ich meinen platz um egoexpress, koze und westbam zu lauschen. alle drei im „maincircus“ dem größten zelt des sms-geländes.
wie auch schon freitag war es unglaublich voll - schon allein der weg zum zelt - eine qual. und so vergnügte ich mich eher in den kleinen zelten und hörte zum beispiel musik eines gewissen rodney hunter und seiner band – empfehlenswert!
die musik war eher chillig und ich setzte mich eine weile in einen der spärlich gesäten schalensitze. zwischenzeitlich zog es mich zum playstation-truck und ich spielte tekken gegen „den rest deutschlands“. das war sehr amüsant und ich erspielte mir das ein oder andere getränk.
als mir die zigaretten ausgingen, war ich verzweifelt auf der suche nach einem automaten und musste dann doch mit dem sms-sponsor marlboro vorlieb nehmen. die quittung für so viel sponsorentreue bekam ich am ende des wochenendes - keuchhusten. schade eigentlich.
auf der suche nach „meinen“ zigaretten musste ich auch am merchandise-stand von sms vorbei und kam nicht drum herum eins dieser stylischen t-shirts zu erwerben. ok, 25 € sind ganz schön happig, aber das design des t-shirts war es wirklich wert! und wenn eine „prinzessin“ wie ich das behauptet, dann kann das wirklich auch jeder glauben.
müde wird man allerdings auch als prinzessin und so war für mich am frühen morgen schluss. für einige der tanzwütigen ging es noch bis zum nachmittag weiter.
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wir haben im laufe des sonntags beschlossen erst am montag nach hause zu fahren um dem abreisestau zu entgehen und die heimreise einigermaßen ausgeschlafen anzutreten.
wieder eine von den wirklich guten entscheidungen des wochenendes, wenn man dem chaos nur zusehen muss und selbst nicht teil davon ist. |
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alles in allem war das festival großartig.
über die an- und abreise-querelen weiß ich nichts zu berichten, da wir, glaube ich, alles richtig gemacht haben.
schade fand ich, dass die organisatoren für zu wenig gemütliche (!) sitzgelegenheiten gesorgt haben. unverschämt war es von den gastronomen für jede flasche einen euro pfand zu kassieren, die flaschen aber ohne pfandmarke nicht zurück zu nehmen.
dass das festival mit 40 000 besuchern entspannter gewesen wäre, habe ich bereits erwähnt. für sms 2006 würde ich mir außerdem wünschen, dass sich die toiletten-situation innerhalb des geländes verbessert. ich werde jetzt nicht ins detail gehen - reicht wohl, wenn ich sage, dass ich noch nie dixie-klos in so einem ekelerregenden, heruntergekommenen zustand wie am samstag des festival-wochenendes gesehen habe.
2006 lassen sich dann vielleicht auch tatsächlich sonne, mond und sterne - auch ganz ohne drogen - sehen..
bis dahin! ;-)
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