interview: steve bug



steve bug


dj • producer • label owner of pokerflat & dessous
housefloor.de: bereits 1991 – als die technoszene noch mehr im underground zu hause war - hast du angefangen elektronische veranstaltungen zu organisieren und dort auch selbst zu spielen. war das für dich damals ein hobby oder hast du dir bereits gedanken darüber gemacht, mit elektronischer musik vielleicht einmal deinen lebensunterhalt zu verdienen?
steve bug: auf jeden fall war es erstmal mehr hobby, und ich glaube irgendwie hat niemand damals gedacht, dass so viele leute mal irgendwann davon leben können.
 
housefloor.de: du warst monatelang auf tour mit final scratch, einer technik, die es ermöglicht, digitale audiodateien wie platten zu bearbeiten. wieso hast du dich entschlossen, das plattencase zu hause zu lassen und auf final scratch umzusteigen?
steve bug:

ganz klar um mehr tracks und weniger gepäck mit dabei zu haben.

 
housefloor.de: ist dir auf deiner tour in so ferne länder wie australien ein gig oder clubabend besonders in erinnerung geblieben? wenn ja, warum?
steve bug: es gibt so viele unglaublich gute clubnächte around the globe, dass es ungerecht wäre eine hervorzuheben. und ehrlich gesagt, wüsste ich nicht mal welche nacht mir selber am liebsten war.
 
housefloor.de: du hast zwei labels: pokerflat und dessous. worin unterscheiden sich die konzepte?
steve bug: dessous ist ganz klar eher im klassischen house beziehungsweise deephouse angesiedelt, natürlich mit blick auf neue produktionsstile und modernere produktionen. poker flat ist dagegen eher etwas elektronischer und vielleicht auch etwas offener im konzept und einen tick härter.
 
housefloor.de: pokerflat hat im februar fünfjähriges bestehen gefeiert. unzählige veröffentlichungen belegen den erfolg. hast du noch ziele zum beispiel in bezug auf bestimmte artists, mit denen du dir eine zusammenarbeit vorstellen könntest?
steve bug: klar gibt es ziele, aber artists stehen keine auf der wunschliste, weil ich noch nie versucht habe, artists irgendwo anders wegzusignen. man fragt vielleicht mal nach einem remix, aber ansonsten kommt irgendwie alles von selbst.
 
housefloor.de: wer sich die aktuelleren pokerflat-releases anhört, dem fällt die bemerkenswerte musikalische bandbreite auf. nach welchen kriterien entscheidet sich, ob ein track veröffentlicht wird?
steve bug: wir haben halt einige artists, die mit jeder neuen release am labelprofil beteiligt sind und mit den „detroit grand pubahs“ kam dann noch etwas booty touch hinzu, so entwickelt sich das ganze halt.
so lange tracks gefallen, und nicht völlig außerhalb des musikalischem bandbreite sind, machen wir sie.
 
housefloor.de: was ist dir an leuten, mit denen du auf musikalischer ebene zusammenarbeitest, wichtig?
steve bug: entwicklung, ich bin kein freund von stillstand.
und eine gewisse exklusivität. ich finde es uninteressant, wenn leute hier und da releasen und versuchen all ihre tracks an den mann zu bringen. ich halte es für wesentlich besser einige wenige ausgesuchte tracks auf ausgesuchten labels zu veröffentlichen.
 
housefloor.de: deine aktuelle ep "future retro 101" hört sich ein wenig analog an, weil du dabei hauptsächlich mit einer roland sh 101 gearbeitet hast. wie bist du auf diese idee gekommen?
steve bug: ich habe sie bei meinem letzten japan aufenthalt gekauft, und konnte sie lange nicht benutzen, weil ich sie nicht midifizieren lassen wollte. ich hatte auch kein midi to cv gate converter mehr. dann fand ich den future retro möbius, einen hardware sequenzer, und da entstand die idee, diese beiden geräte zusammen zu schließen und eine volle ep damit zu machen.
 
housefloor.de: "future retro 101" ist gleichzeitig der auftakt zu einer neuen serie auf pokerflat. was wird die reihe ausmachen?
steve bug: weiß nicht genau wie es dazu kam, dass es als serie deklariert wurde. eigentlich war es nur als special release gedacht, sprich etwas anders als das, was ich im moment unter steve bug releasen würde. aber schauen wir mal was die zukunft bringt.
 
housefloor.de: du bastelst zur zeit verstärkt an einem neuen album. für wann ist die veröffentlichung geplant und auf welche überraschungen dürfen wir gespannt sein?
steve bug: vö ist noch völlig offen, sind auch erst zwei tracks fertig, da immer wieder gigs und remixe dazwischen kamen, aber es wird etwas mehr vocals geben und vielleicht weniger clubtracks, aber auf jedenfall werde ich versuchen das cd format besser zu gestalten, sprich kürzere versionen der clubtracks, und bessere übergänge zwischen den tracks.
diesmal versuche ich das album eher als ganzes zu sehen.
aber man weiß ja nie, wie sich das alles entwickelt.. ; )
 
interview: alexandra heine
 
mehr zu den labels bei pokerflat und dessous.
 
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