| housefloor.de: |
das jüngste hardfloor album "four out of five aliens recomend this" kommt wesentlich housiger daher als frühere hardfloor produktionen, die stets schnell vorwärts im trancigen acid gewand peitschten. was hat dich zu dieser entwicklung inspiriert? liegt es an unserer zeit oder bist du mit den jahren einfach nur ruhiger geworden? |
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ramon zenker:
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ich finde, dass wir eigentlich für ruhigere acid tracks bekannt sind und wirklich schnelle acid-tracks haben wir auch gar nicht so viele gemacht. unser neues album ist diesmal auf jeden fall wieder mehr 80-er-acid-lastig als der vorgänger „so what?“. aber das ist bei uns zyklisch. „tb resuscitation“ (1993) und „all targeds down“ (1998) gingen ja auch mehr in diese richtung. wir haben auf jeden fall versucht 80-er acid auf unsere art und weise mit modernen elementen und produktionsweisen zu verbinden. |
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| housefloor.de: |
auch spielst du als hardfloor zusammen mit oliver bondzio momentan viel live und scheinst dein wirken jetzt wieder mehr auf den "underground" zu konzentrieren? warum? |
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ramon zenker: |
im moment macht mir der „underground“ sehr viel spaß. es gibt meiner meinung nach zur zeit viel gute und frische musik – es passiert wieder etwas. ich habe auch in letzter zeit mit verschiedenen leuten reine club-trax produziert. es ist wieder ein bisschen so wie 91/92. |
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| housefloor.de: |
du hast im zarten alter von 19 jahren als toningenier dein geld verdient. in wie weit, ist dir diese technische ausbildung für deine musikkarriere entgegengekommen? |
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ramon zenker: |
von der technischen seite hab' ich natürlich einiges gelernt aber bei meiner zeit in dem studio hab' ich auch sehr viel über das business mitgekriegt, was mir im nachhinein betrachtet in diesem harten geschäft sehr geholfen hat. |
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| housefloor.de: |
bereits mitte der 90-er jahre hast du als produzent clubtaugliche titel wie beispielsweise "acid folk" von perplexer in den charts platziert. wie hat sich die chartlandschaft in deutschland deiner meinung nach entwickelt? ist es heute schwieriger einen elektronischen song an die massen zu bringen? |
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ramon zenker: |
sicher – die zeiten, wo man einen dudelsack auf einen technotrack gelegt hat und alle
welt schreit hurra sind vorbei. im grunde musste es aber so kommen. um die jahrtausendwende hat jeder in der branche gestöhnt, dass es mit diesen massenbemusterungen an djs doch nicht so weitergehen kann – aber alle haben immer weitergemacht. alle wollten mit der immer gleichen formel „hohe dancechartsposition = vivaplaylist = top 20“ durch einen flaschenhals. es wurde verdammt viel geld verbrannt mit remixen und videos. und dann brachen 2001 plötzlich die verkäufe ein, da cd-brenner und rohlinge immer billiger wurden.
durch eine ziemlich brutale art bereinigte sich alles. viva verbannte dance größtenteils aus ihrem programm und bis auf universal ließen die majors auch die finger davon. dadurch ist es natürlich viel schwieriger geworden einen dancetrack bekannt zu machen.
was mir persönlich auch nicht mehr gefällt ist, dass es seit fünf jahren keinen neuen trend mehr in den großraumdiskotheken gibt – es gibt nichts neues mehr - im gegenteil zum underground.
der letzte größere trend war vocal-trance und den hab' ich mit fragma entscheidend mit beeinflusst. |
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| housefloor.de: |
du hast in all den jahren deines schaffens stets das rampenlicht gemieden und hast als producer immer schön im hintergrund agiert. woraus hast du deine anerkennung und bestätigung geschöpft? |
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ramon zenker: |
erfolg bedeutet für mich nicht auf der straße erkannt zu werden oder schulter-klopfer um mich zu haben. ich hab einfach spaß am musikmachen – das ist immer noch der hauptmotivationsgrund für mich. mir war es auch immer sehr wichtig mich
in fast allen spielarten von dance/techno austoben zu können und um es so wie ich zu machen, kann man das oft nur aus dem hintergrund betreiben. |
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| housefloor.de: |
musik für spielfilme zu komponieren, gehört mittlerweile auch zu deinem lebenswerk. willst du dir einen weiteren namen machen oder war das nur ein kurzer ausflug? |
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ramon zenker: |
ich denke, es war nur ein ausflug. aber es war sehr interessant mit filmleuten zusammenzuarbeiten.
da dort noch mehr geld auf dem spiel steht, wird andauernd alles geändert. kann ganz schön anstrengend sein. |
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| housefloor.de: |
ich glaube, du hast durch deine gradwanderung zwischen club und verkaufscharts vielen menschen einer ganzen generation zugang zur elektronischen musikkultur verschafft. zu meiner musikalischen orientierung haben tracks wie celvin rotane's "i believe" auf jeden fall mächtig beigetragen.
hast du da selbst mal darüber nachgedacht? wenn ja wie fühlt sich das an, das musikalische leben so vieler menschen zu beinflussen? |
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ramon zenker: |
danke schön! so wirklich denkt man aber darüber nicht nach.
es ist auch schwer vorstellbar für mich, dass ich jemanden musikalisch so beeinflussen kann, wie andere musiker mich beeinflusst haben, obwohl mir das leute schon gesagt haben. wie schon gesagt für mich ist das wichtigste, das machen an sich. und dabei sollte man schon mal gar nicht zuviel nachdenken. meine besten (und erfolgreichsten) sachen sind einfach aus dem bauch raus entstanden. |
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| housefloor.de: |
auf der internetseite hardfloor.de werden deine produktionen als mp3 download angeboten.
sind cd und vinyl vom aussterben bedroht? |
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ramon zenker: |
downloads sind noch kein wirkliches geschäft und unsere hauptformate sind immer noch vinyl und cd. aber uns ist es wichtig das leute, die nach einer möglichkeit suchen, sich unsere musik legal als mp3 zu kaufen, auch bedient werden.
ich denke auch, dass die cd/dvd im album-bereich nicht aussterben wird, da man als fan etwas von seinen stars zum anfassen, drin blättern oder anschauen haben will. das kann einem ein download nicht wirklich bieten.
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| housefloor.de: |
wie sehr gehst du auf anderen ebenen mit technischen neuerungen um? deine roland 303 etwa dient dir ja seit beginn deiner karriere als soundmaschine. |
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ramon zenker: |
natürlich - welchen technomusiker eigentlich nicht - interessieren mich technische neuerungen im musik- und tontechnischen bereich. aber es ist immer wieder interessant, dass es analoge geräte gibt, die gebaut wurden und bis heute überlebt haben. da denke ich noch nicht mal nur an die tb 303, sondern vor allem an kompressoren und mikrophone aus den 50er bis 70er jahren.
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www.hardfloor.de |
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