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housefloor
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warum fasziniert dich gerade elektronische musik und nicht irgendeine andere richtung? |
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torsten kanzler: |
mich fasziniert fast jede art von musik, vor allem jazz höre ich für mein leben gern, aber am meisten elektronische musik, das ist wohl wahr. ich kann leider keinen genauen grund dafür festsetzen, es gibt einfach zu viele punkte, die mich an der musik und auch an der ganzen szene faszinieren - aber es hat wohl auch etwas mit den kickenden drums zu tun. auf jeden fall mit den leuten, die in dieser szene zu finden sind. die schönsten tage in der woche sind für mich freitag und samstag. ich werde dann meistens schon freitag mittag unruhig und kann den abend kaum mehr abwarten... das arbeiten mit dieser musik im zusammenspiel mit den leuten auf dem floor macht mir einfach riesigen spaß. |
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housefloor
webmag: |
wie baust du deine dj-sets auf? reagierst du beim plattendrehen auf die vibrations der partycrowd oder ist dein set weitestgehend vorstrukturiert? warum? |
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torsten kanzler: |
ich hab eine gewisse struktur, wie ich meine platten im koffer anordne - aber mehr nicht. ich werde des öfteren angesprochen, warum ich denn so einen großen koffer voll mit vinyls mit mir herumschleppe, denn es gibt tatsächlich djs, die kommen mit 30 platten zu einem gig. da sage ich immer: „um den leuten das zu geben, was sie von mir erwarten. ich liebe die abwechslung.“ ich bin kein fan von stupidem dahin-gebretter. natürlich spiele ich auch mal ein hartes straightes set aber genauso oft liebe ich es auch, mal etwas schräg und stompig zu spielen. ich sehe mich als dienstleister und finde, dass ein dj auf die vibrations der partycrowd eingehen muss, sonst ist er kein guter dj. allerdings hat es seine grenzen. ein wunschkonzert gibt es nicht. |
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housefloor
webmag: |
wie sehr gehst du mit technischen neuerungen um? denkst du, dass sich auf lange sicht das auflegen mit cds oder gar das pc-mixing durchsetzen werden?
was präferierst du selbst? |
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torsten kanzler: |
ich hasse final scratch, wenn du das meinst und ich finde, es gibt nichts schlimmeres, als djs, die das unterstützen. sicherlich wird die entwicklung nicht aufzuhalten sein aber meine unterstützung bekommt sie nicht. als dj könnte ich damit schon einiges an geld sparen, da man nicht mehr so viel teure vinyls kaufen muss, aber das schadet der plattenindustrie immens. ich habe mir das ganze auch schon des öfteren angeschaut und bin zu dem entschluss gekommen, dass ich mich niemals mit dieser technik anfreunden könnte. es ist komisch einen track aus der explorerleiste zu ziehen. die sehen da alle gleich aus. ich brauche den griff in den plattenkoffer. da hat jede platte ihr eigenes aussehen. ich sehe das cover und schon weiß ich, welche tracks drauf sind.
cds? ja, was soll ich sagen - ich spiele selber nur eigenproduzierte sachen oder demos von neuen künstlern von cd, um zu checken, wie sie im club ankommen, ansonsten bin ich der meinung, cds gehören in die disco oder nach hause. |
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housefloor
webmag: |
hast du auch nach jahren des auflegens noch das gefühl, dass sich deine mixing skills verbessern? wenn ja, wodurch? |
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torsten kanzler: |
verbessern vielleicht nicht direkt. ich würde sagen: verändern. jeder gig ist anders. der sound ist anders, die technik ist anders und man lernt, glaube ich, auch nie aus. jeder gig ist eine neue herausforderung. |
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housefloor
webmag: |
welches ist für dich das highlight im elektronischen festival-kalender und wieso?
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torsten kanzler: |
es gibt viele wunderschöne festivals auf der ganzen welt und ich habe auch schon auf einigen gespielt. jedes davon ist es wert, immer wieder hinzufahren. sie haben alle eigene charaktere und sind auf ihre art schön. sonne mond sterne ist ein festival, was ich bisher jedes jahr mitgenommen habe, sei es als gast oder artist, es war immer cool. das melt würde mich mal reizen, da war ich leider noch nicht und ich hoffe, dass ich dieses jahr auf der nature one spiele.
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housefloor
webmag: |
in welchem zusammenhang steht die techno/house szene nach deiner einschätzung mit drogen? |
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torsten kanzler: |
nicht mehr als die hiphop oder rock-szene. drogen werden überall konsumiert. die einen trinken mehr alkohol, die anderen kiffen mehr oder was auch immer. ich habe damit kein problem. ich find es nur schade, dass es zu oft nur auf die techno- oder houseszene bezogen wird. |
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housefloor
webmag: |
was ist immer in deinem kühlschrank zu finden? |
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torsten kanzler: |
sauerkrautsaft und 'ne flasche sherry. ;o)
ich liebe sauerkraut und am liebsten noch ein fettes eisbein dazu, aber ich hätte nie gedacht, dass es davon saft gibt oder dass ihn gar jemand trinkt. doch seitdem ich vergangenes jahr mal bei mahatma zum produzieren war und der ihn mir zum probieren gegeben hat, bin ich süchtig nach dem zeug. und außerdem soll der ja übelst gesund sein, hab ich gelesen. |
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housefloor
webmag: |
was machst du als erstes, wenn du nach hause kommst?
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torsten kanzler: |
ich stelle meine platten in den flur, zieh‘ mich nackig aus und sag meiner süßen hallo.
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housefloor
webmag: |
welche tendenzen siehst du in der elektronischen musikszene? |
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torsten kanzler: |
esie gewinnt immer mehr an popularität. der techno hat sich nach seinem rasanten aufstieg stabilisiert und der housesound ist leider etwas zurückgetreten, da ja alle jetzt meinen, sie müssen minimal spielen... hahaha ;o)
ich glaube der minimalsound hatte vergangenes jahr seinen höhepunkt und wird dieses jahr, dank der vielen techno- und house djs, die auf diesen zug aufgesprungen sind, wieder am rückzug sein. wie es mit allem ist, wenn es zuviel wird. ich kenne immer mehr leute, die das ganze plingplang-geblubber nicht mehr hören können. moskito hier, mückenschwarm dort, zuviel ist zuviel.
ich glaube fast, jeder namhafte techno-dj ist auf den minimalsound umgestiegen. ich will nicht sagen, dass er schlecht ist, auch ich höre mir gern mal ein minimalset von dj emerson oder holgi star oder richie hawtin an. die leute machen das auch schon ewig, aber wenn man es plötzlich überall und von jedem hört, hängt es einem irgendwann zu den ohren raus.
deshalb hab ich auch am 10. februar eine killaz veranstaltungsreihe ins leben gerufen, um den leuten, die in berlin und umgebung auf unseren sound stehen, eine plattform zu bieten. ich möchte die berliner hardtechno-szene wieder zum leben erwecken. |
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housefloor webmag: |
was können wir in nächster zeit von dir erwarten? arbeitest du zurzeit an neuen projekten? |
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torsten kanzler: |
ich starte gerade ein sublabel von killaz. da sich killaz mehr dem straighten techno widmet, fehlt mir hier die möglichkeit, meine etwas schrägere seite ausleben zu können. wer meine produktionen kennt oder mal ein set von mir gehört hat, weiß, dass ich auch gern mal etwas schräger unterwegs bin. ich stehe zum beispiel voll auf die sachen von miditonal und minimalistix, oder ze'mig.l und bambam, um nur ein paar zu nennen. und nur auf nerven records zu releasen, reicht mir nicht aus, also starte ich error records. die erste kommt ende februar und ist von dj mahatma, meiner meinung nach eine sehr geile scheibe, aber das soll jeder selbst beurteilen. geschmäcker sind ja zum glück verschieden. die zweite ist auch schon fertig und diese habe ich selbst produziert. ich möchte auf error keinen brighten sound haben. error records wird stompig- spaßigen und extrem tanzbaren sound mit schrägen elementen und arangements präsentieren. also seit gespannt!
des weiteren arbeite ich gerade an einem neuen album, was ganz sicher kein gewöhnliches album werden wird. es heißt „die große koalition“. es ist ein gemeinschaftsprojekt, bei dem ich mit sieben verschiedenen artists aus meinem umfeld produziert habe, sozusagen ein vs album. es soll im mai veröffentlicht werden. um error und das album gut zu promoten, werde ich im mai eine kleine killaz meets error tour starten. schließlich ist meine letzte albumtour schon wieder ein jahr her und ruft nach fortsetzung. |
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weitere infos zu torsten kanzler bei killaz. |
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vinyl review :: dj mahatma "on a dancehell trip" (error001) |
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