.:: housefloor interview :: wighnomy brothers
 
namen
gabor schablitzki / sören bodner
 
sören is aber nich da!
robag machts allein!
wohnort
jena
geburtsjahr
1974 / 1977
housefloor.de: on stage bei euren sets flippt ihr manchmal so richtig aus. wie muss das publikum sein, damit ihr total aus euch raus kommen könnt?
wighnomy brothers: eine flasche wodka, ein publikum mit noch mehr flaschen wodka und eine geile anlage.
 
housefloor.de: ihr stammt beide aus thüringen und lebt und arbeitet jena. deswegen nehmt ihr oft lange anreise-wege zu den gigs am wochenende in kauf. was hält euch davon ab, wie viele eurer kollegen in eine metropole wie etwa berlin zu ziehen?
wighnomy brothers: also momentan nervt es gehörig, teilweise sind durch jena zwölf stunden reise keine seltenheit mehr. aber wir bleiben unserem hafen treu, genießen die energie, freunde und unsere kleine familie dort.
berlin würde für uns nie in frage kommen! berlin war cool vor sechs jahren... jetzt ist es ein pseudo molloch von politikern, musikindustrie und “künstlern”...
 
housefloor.de: dj-technisch gesehen seit ihr eher konservativ und haltet fest an der vinyl. was macht die plastik für euch so unverzichtbar?
wighnomy brothers: wenigstens am wochenende etwas sport!!!! :) (kisten tragen)!!!!
 
housefloor.de: stilistisch habt ihr euch im laufe der zeit ziemlich gewandelt. ihr selbst habt in eurer jugend so ziemlich alle musikalischen phasen durchgemacht und auch freude am tanzen wurde 1998 ursprünglich als ein deep house label gegründet. welche bedeutung haben die vielseitigen erfahrungen von damals für eure heutige musikalische linie?
wighnomy brothers: also fat wurde 1998 nicht als “deephouse” label gegründet, wir waren jung und wollten eine platte machen... just ein jahr später wurde die zweite veröffentlicht und ab da machte das spaß ohne dabei zu wissen was man da für einen stil machte. für mich gibt es house, techno, drum'n'bass, downbeat und chill out/ambient. alles was sich dazwischen definiert ist panikmache und völlig bedeutungslos! aber entwicklung ist der motor für die zukunft...
ich persönlich habe mich bei den wighnomy produktionen immer eingeengt gefühlt und nach meinem anderen alter ego “robag wruhme” ist da wohl ein knoten geplatzt und nun sind wir da wo wir sind... in einer glücklichen lage blödsinn zu betreiben und damit unsere kühlschränke voll zu bekommen.
 
housefloor.de: bei euren labels freude am tanzen und musik krause seit ihr auch mal mutig und veröffentlicht tracks eher unbekannter künstler. warum ist euch das wichtig und wie erkennt ihr einen gut produzierten titel und das talent eines künstlers?
wighnomy brothers: weil bei potenzial wichtig ist es zu publizieren! nur so kann etwas neues entstehen.
erkennen ob etwas gut ist - das können wir nicht beurteilen... wenn es uns gefällt, dann machen wir das und konfrontieren euch dann damit! wenn ihr dann sagt man is das geil und kauft den scheiß am ende noch, weil da eben mal nich unbedingt ricardo, richie et cetera draufsteht dann habt ihr geurteilt und ihr seid es die einen guten musikgeschmack haben!
   
housefloor.de: so ganz „nebenbei“ führt ihr seit 2001 auch noch einen platten-laden in jena, das fatplastics. wie kriegt ihr auflegen, label-arbeit und den laden unter einen hut?
wighnomy brothers: gar nicht! wir kommen gerade von einer italien tour und es ist mühsam!!! ehrlich, urlaub wäre das beste! aber wir sind ja auch nicht allein! der liebe veiter schmeißt den laden und carsten und padde helfen ihm wenn not am mann ist! griede macht abrechnung, booking und bald ist techno-urgroßvater von thüringen thomas sperling hier noch im büro und schmeißt sein potenzial in die mitte unserer familie...
 
housefloor.de: eine wichtige location für die entwicklung der wighnomy brothers und auch von freude am tanzen war das kassablanca in jena, wo die ersten fat-partys stattfanden. robag, du hast dort mehr als vier jahre gearbeitet und auch heute seit ihr immer noch residents. ein gedankenspiel: hätte es den club nicht gegeben, was wäre heute anders?
wighnomy brothers: fat, mk, robag, metaboman, hemmann und kaden und und und hättes es dann nicht gegeben oder vielleicht anders gegeben?
fakt ist eines: das kassablanca ist die batterie für alles gewesen, was sich dann in den vergangenen vier jahren entwickelt hat! schade ist, dass man selber gar nicht mehr die zeit hat im schönen musikalischen wohnzimmer “kassa” zu verweilen.
 
housefloor.de: ihr seid schon seit mehr als 15 jahren miteinander befreundet und macht fast alles zusammen. was macht eure freundschaft besonders?
wighnomy brothers: dass wir nach jedem wochenende erstmal gehörig abstand nehmen müssen!!!! :)
   
 
 
interview: alexandra heine
   
labels:
freude am tanzen
musik krause
   
weiter zu robag wruhme :: album review "wuzzelbud kk"
   
   
 
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