.:: housefloor interview :: michel de hey
 
   
   
wohnort
rotterdam
bürgerlicher name
michel de hey
   
housefloor.de: wie hat der erfolg deiner single “break” im jahr 1992, die sogar die amerikanischen billboard dance charts stürmte, dein leben verändert?
michel de hey:

es ist einfach passiert und um ehrlich zu sein hat sich nichts verändert. damals hatte ich keine vorstellung, was eigentlich passierte. mich hat vielmehr das auflegen interessiert und das hat meine ganze zeit gekostet. ein jahr nach dem erfolg bin ich in amerika auf tour gegangen, aber ich war enttäuscht von der ganzen szene dort. lustig war es, dass ich joey beltram, jeff mills, josh wink, onionz, armand van helden und viele andere typen getroffen habe, die immer noch dabei sind. also von dieser erfahrung her war es großartig. was es zu einer noch besseren erfahrung zu macht: ich habe für die platte nie geld gesehen!

 
housefloor.de: in jungen jahren als du mit dem auflegen angefangen hast, bist du bekannter geworden nicht nur, weil du in verschiedenen dj wettbewerben mitgemacht hast, sondern noch viel mehr durch deine eigene partyreihe „future“ im rotterdamer nighttown, die du nach sieben erfolgreichen jahren beenden musstest. wie wichtig denkst du war diese partyreihe für deine eigene entwicklung?
michel de hey: zwischen den wettbewerben und der future night liegt eine spanne von sechs oder sieben jahren. nach den wettbewerben habe ich jeden gig gespielt, den ich bekommen konnte. egal wo, egal wie, egal was. als ich „future“ ins leben gerufen habe, hatte ich schon eine weile im nighttown gespielt zu verschiedenen partys. sie wollten, dass ich den problematischen freitag übernehme. ich hab’s nie bereut. ich habe viele nächte vier bis sechs stunden lang gespielt und eine zeit lang habe ich vorher noch eine radio show gemacht. das hat meinen sound damals sehr geprägt. und es hat mir auch viele fans in holland verschafft, wofür ich immer noch dankbar bin.
 
housefloor.de: im moment hast du keine club residencies. warum ist es dir wichtig flexibel zu sein und auf der ganzen welt aufzulegen? einige djs schätzen es oft für ein stammpublikum zu spielen.
michel de hey: es war damals die entscheidung, die dinge mal anders zu machen nach sieben einhalb jahren mit dieser wöchentlichen sache. aber seit einigen monate vermisse ich wirklich eine regelmäßige residency. zur zeit spiele ich in bestimmten clubs zweimal im jahr, vier mal spiele ich in meiner heimatstadt und vier mal in amsterdam. was das betrifft bekomme ich dabei ein residency-gefühl. wenn ich das reisen irgendwann satt habe, werde ich wieder eine wöchentliche party machen, aber im moment liebe ich es einfach, an verschiedene orte zu kommen. also muss die residency eben warten.
 
housefloor.de: 2005 hast du eine compilation mit namen „two faces“ herausgebracht. darauf zeigst du zwei sets: eines, wie wenn du in einem kleinen club spielst und der zweite mix ist wie auf einem festival oder main floor. kannst du die unterschiede zwischen den verschiedenen locations beschreiben, wie du als dj sie empfindest?
michel de hey: ein club gibt dir mehr raum zu experimentieren und ein intimes gefühl zu kreiieren. bei einem festival musst du viele leute unterhalten und das lässt weniger platz für bestimmte platten, die sich in einem club wiederum großartig anhören. aber auf einem festival haben sie eine andere wirkung. obwohl,... die letzten festivals, die ich in diesem sommer gespielt habe, hatten einen ziemlich intimen charakter. ich bin froh, dass die beiden sich annähern.
 
housefloor.de: du spielst viel auf dem gesamten globus. bitte erzähl uns eine lustige oder erschreckende dj-reise-geschichte.
michel de hey: die, als ich eine woche zu früh in den club kam?
oder die, als ich in italien für circo loco gespielt habe und dann drei tage unterwegs war, obwohl es normalerweise drei stunden sind? das hotel hatte vergessen, mir meinen pass zurückzugeben und alle anderen flüge waren ausgebucht. dann bin ich 400 kilometer gefahren um einen anderen flug zu verpassen, so dass ich noch eine nacht in einem hotel schlafen musste.
oder die party in israel, wo ich die ganze nacht in einem superman-kostüm aufgelegt habe? das ist eine lange geschichte...
   
housefloor.de: du bist aus rotterdam und hast auch deine neue compilation deiner heimatstadt gewidmet. was denkst du ist an rotterdam anders im vergleich zu anderen metropolen?
michel de hey: die art, wie die stadt gebaut ist und die art, wie sie an ihrer identität arbeitet. logischerweise besuchen die leute zuerst die hauptstadt. aber wenn du die leute anziehen willst, musst du anders sein als andere städte. ich mag den vibe einiger holländischer städte, aber rotterdam passt einfach am besten zu mir. die mentalität der leute und ihre moderne art zu denken gibt mir das gefühl, zu hause zu sein.
 
housefloor.de: dein label immaculate music hat mehrere sublabels. warum hast du entschieden, mehrere verschiedene imprints für deine musik zu haben?
michel de hey: ec records in mein haupt-label mit mehr als 70 veröffentlichungen bis jetzt. ich bin sehr glücklich über die künstler, die mitmachen, wie secret cinema, grooveyard, literon, biological und viele andere.
ich habe hey! records gegründet, um ein label für tracks nur von mir selbst zu haben. ich wollte das nicht mit den veröffentlichungen und künstlern bei ec records vermischen. also ist hey! dazu da, meine ganz eigene musik rauszubringen wann immer ich will.
 
housefloor.de: was inspiriert dich einen neuen track zu machen? ist es meist andere musik oder passiert es auch, dass du ein bestimmtes geräusch im alltag hörst und dich das auf ideen bringt?
michel de hey: alles kann mich inspirieren, vom wetter, über kunst, architektur und fernsehen bis hin zu ereignissen im alltäglichen leben. viel anregung bekomme ich auch wenn ich bestimmte platten höre, von denen ich denke, dass sie gut klingen und ich versuche sie mit meiner musik zu beantworten. das ist eine art durch musik zu kommunizieren. es werden so viele gute platten gemacht, das ist natürlich eine große anregung auch musik zu machen.
 
housefloor.de: du arbeitest oft mit anderen künstlern zusammen, wie zum beispiel literon oder secret cinema. welche unterschiede gibt es für dich in der art und weise der zusammenarbeit mit verschiedenen charakteren?
michel de hey:

secret cinema und literon kannte ich schon sehr lange. es hat immer spaß gemacht mit ihnen musik zu machen, weil sie die musik wirklich verstehen, die ich produzieren will. heutzutage arbeite ich auch viel mit mirko van dommelen. die art wie wir es machen ist das ich den track zu hause mache und danach gehe ich ins studio und dort mixen und fine-tunen wir ihn, so dass wir ihn veröffentlichen können. es gibt viele fertige sachen and ich bin sehr glücklich mit den sachen, die wir da zur zeit machen.

 
housefloor.de: was können wir in näher zukunft von dir erwarten?
michel de hey:

die cd (red: recorded in rotterdam ››) ist jetzt draußen und die neue hey! (nummer 6) auch. das feedback zu dieser scheibe ist atemberaubend. sie wird gespielt von john digweed über adam beyer bis hin zu josh wink und den jungs vom circo loco und das macht mich glücklich. ich werde ein paar andere platten in den kommenden monaten veröffentlichen und dann will ich mit dem album anfangen. es gibt also genug zu tun!

 
interview: alexandra heine
   
   
   
   
  ››› michel de hey im netz
   
 
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