.:: housefloor interview :: dave shokh
 
   
wohnort
berlin kreuzberg
bürgerlicher name
david koch
geburtsjahr
1983
   
housefloor.de: wie hast du angefangen dich für elektronische musik zu begeistern und was fasziniert dich daran?
dave shokh:

die faszination kam automatisch mit der eurodancewelle anfang der neunziger. dadurch bin ich zum richtigen techno gekommen, welcher mich immer mehr eingenommen hat, weil es einfach die innovativste musik ist, die es derzeit auf dem planeten gibt. du kannst mit deinen synthis jeden sound spielen, das können e-gitarren nicht. deiner kreativität sind also keine grenzen gesetzt.

 
housefloor.de: du kommst gerade aus brasilien zurück und hast dort mehrere gigs gespielt. wie feiern die menschen in brasilien zu elektronischer musik? was ist der unterschied zu deutschland?
dave shokh: die brasilianer sind noch etwas temperamentvoller als die deutschen, sie feiern sehr ausgelassen. brasilianer wollen offensive musik hören, bei denen bringt das nix wenn eine magda daherkommt und drei stunden am stück ihren klacker techno spielt. die werden diese art von techno zwar auch noch zu schätzen lernen - besser sie werden momentan schon darauf aufmerksam - aber so ein sound wird sich dort nie so durchsetzen wie in europa. für mich war das teilweise etwas schwierig, da ich für brasilianische verhältnisse auch sehr ruhig gespielt habe, aber ich habe nen bogen gespannt und so war das für die wieder interessant. ich glaube, die waren erstmal so "aha...mal abwarten, klingt ja noch nicht so wie es soll..." und danach waren sie aber doch froh, dass mal einer was neues gespielt hat und sind nach 'ner stunde spätestens drauf eingestiegen. das feedback war sehr positiv und ich wurde teilweise direkt nach den sets eingeladen, wieder zu kommen. deswegen sind die planungen für eine tour nächstes jahr schon voll im gange.
 
housefloor.de: gemeinsam mit dj emerson bist du auch als stylerockets bekannt und mit tony rohr hast du kürzlich das projekt dirka dirka ins leben gerufen. welche unterschiede gibt es in der art wie du mit den verschiedenen menschen zusammenarbeitest? was läuft bei der studioarbeit anders?
dave shokh: ich muss richtigstellen, dass ich nur bei der ersten stylerockets involviert war. die lief sehr gut und ich habe mich darüber gefreut, aber mit dieser stylerockets war das kapitel für mich schon wieder abgeschlossen. zu der frage kann ich sagen, dass ich mit so vielen verschiedenen leuten gearbeitet habe und jeder seine eigene art mit eingebracht hat. mit dem peter kerns habe ich ja damals ein projekt gehabt ("tha dons" aufgrund einer unterlassungklage später "davide & pedro"). peter kenne ich z.b. schon seit längerem und er ist mein kumpel. da flutscht sowas natürlich fast wie von alleine. als die monika kruse dann ins studio kam, war ich erstmal etwas unlocker weil man schon nen gewissen respekt hat, aber das hat sich ganz schnell wieder gelegt sobald man dann die erste bassdrum laufen hat, ein gemeinsames level findet und über die musik kommuniziert. mit tony war die arbeit unheimlich lustig weil wir uns super verstehen und musikalisch schon auf einem nenner sind. alles in allem bringt eine zusammenarbeit immer was, weil man viel voneinander lernen kann. egal wie der partner drauf ist, was für fähigkeiten er hat, es kommt immer was interessantes dabei raus. selbst wenn der gegenüber kaum den mund aufmacht hat er - wenn er dann mal was sagt - doch vielleicht bessere ideen als du selber weil er die szenerie distanzierter beobachtet als du selbst, der voll in die musik vertieft ist.
 
housefloor.de: warum arbeitest du im allgemeinen gern mit anderen künstlern an produktionen?
dave shokh: weil es wie gesagt spannend ist, man lernen kann und es zu zweit doch immer lustiger ist als alleine im studio rumzuhocken. trotzdem will ich in nächster zeit die kooperationen ruhen lassen und mich wieder auf meinen eigene stuff konzentrieren, es wird mal wieder zeit für ein paar solo shokhs.
 
housefloor.de: dein eigenes label heißt dipolter records. was gab den ausschlag für die entscheidung es zu gründen und welche philosophie steckt dahinter?
dave shokh: völlige freiheit und unabhängigkeit in erster linie, zum anderen der support von newcomern. ich bin ja fast selber noch einer und deswegen weiß ich dass es schwierig ist, da draußen ein label zu finden. so hat auch der pele aus rosenheim die allererste dipo gemacht, weil ich von ihm überzeugt war auch wenn er vorher noch kein release hatte. ich arbeite darauf hin, dass dipolter für einen eigenen markanten sound steht, der verschiedene stile rund um den techno vereint. der sound soll aufs wesentliche reduziert sein, also sehr selbstbewusst. atmosphäre muss er haben und ordentlich druck untenrum, denn es soll ja techno bleiben und kein intelligentes rumgebruzzel. jeder track muss innovativ sein und der künstler muss ihm seinen eigenen stempel aufdrücken. wenn er dann technoid, funky und sexy genug klingt ist es die optimale ausgangsbasis für eine dipolter.
   
housefloor.de: wie sehr gehst du mit technischen neuerungen um? denkst du, dass sich auf lange sicht die neuen techniken des auflegens mit cds oder gar das pc-mixing durchsetzen werden? was präferierst du selbst?
dave shokh: final scratch etc. sind praktische auflege-varianten, das wird sich auf lange sicht durchsetzen. solange man die djs dabei noch arbeiten sieht wird das ok für die leute sein. die djs der nächsten generation werden mit dem zeug aufwachsen und das als völlig normal ansehen, sowie ich vor jahren noch davon ausgegangen bin, dass vinyl das einzig wahre sein kann. ich selber stehe nach wie vor auf vinyl und spiele zehn prozent cds.
 
housefloor.de: in welchem zusammenhang steht die techno-house szene nach deiner einschätzung mit drogen?
dave shokh: jede musikrichtung hat seine klischee-drogen, ob das der whiskey bei den rockern ist, das gras bei den hip hoppern oder exctasy bei den ravern. da ist auf jeden fall ein starker zusammenhang vorhanden. und das ist halt from disco to disco unterschiedlich, wieviel da wann und wie oft konsumiert wird.
 
housefloor.de: was ist immer in deinem kühlschrank zu finden?
dave shokh: whiskey und exctasy, das gras liegt obendrauf.
 
housefloor.de: was können wir in naher zukunft von dir erwarten und welche ziele steckst du dir für deine weitere karriere?
dave shokh:

also ich werde jetzt endlich mal eine eigene dipolter machen, die kommt inklusive einem harry axt rmx. der mann hat mich mit seiner letzten vö auf grand petrol stark beeindruckt. dann wird es einen shokh rmx zu einer asem shama nummer auf barbarella geben und mit monika werde ich auch die monate wieder ins studio gehen. nicht zu vergessen eine neue dirka dirka. zu diesem projekt werden tony uns ich auf einen live act konzentrieren, dessen premiere bei der loveparade schon böse gerockt hat. ab nächstem jahr wird es mich dann auch wieder live zu buchen geben, ich werde jedoch noch etwas vorbereitung brauchen, denn es wird was spezielles werden.

 
   
   
   
   
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