| housefloor.de: |
wie seid ihr zu dem projekt dubsuite gekommen? |
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martin: |
kennengelernt haben wir uns damals für einen remix, den holger für einen track von surphase auf unserem label (anm. d. red: rotary cocktail rec.) angefertigt hat. irgendwie hat alles gepasst, sowohl menschlich als auch musikalisch und so hat sich das immer weiter entwickelt. holger war dann auch wieder bei der nächsten platte dabei und im sommer letzten jahres hat er sein fünftes künstleralbum bei uns veröffentlicht.
es hat uns auf jeden fall sehr geholfen, dass es die mittlerweile so weit verbreiteten messanger gibt, dadurch kann man die distanz frankfurt berlin spielend überwinden. |
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holger: |
wir merkten schnell, dass wir beide auch eine ambient-ader haben. es ist eine ganz andere herangehensweise als wenn man tracks für den club macht. das sechs-minuten-korsett wird abgelegt und man kann in epischer weise ganze landschaften entwerfen. was mir persönlich daran sehr gefällt, ist die tatsache, dass bei ambient kein tanzzwang besteht und die kickdrum auch mal komplett mit nichtbeachtung bestraft wird. (lacht) zudem kann man meiner meinung nach mehr auf das musikalische im klassischen sinne eingehen. |
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martin: |
am anfang stand auch nicht der gedanke einer veröffentlichung (bei dieser art von musik ist das auch sehr schwer...), sondern einfach nur der spaß an musik und das ausloten der grenzen von unserer technik und auch von der distanz, die zwischen unseren wohnorten liegt.
es hat uns auch sehr gereizt neue produktionsmethoden zu testen und so die räumliche trennung mit hilfe des internets praktisch auszuschalten. es ist auf jeden fall faszinierend zu sehen, was jetzt schon alles möglich ist und was die zukunft da noch bringen wird. |
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| housefloor.de: |
was war die initialzündung zu eurem ersten gemeinsamen album? |
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holger: |
wir wollten schon immer ein längeres stück zusammen produzieren. dass es dann eine knappe stunde wurde, hat uns beide überrascht. (lacht) dafür passiert auf eigenleben ja auch einiges, ein kleiner mikrokosmos mit unzähligen sounds. oft kommt ein ton auch nur einmal, wer ihn verpasst hat der hat eben pech gehabt. (lacht) wir haben uns über ein jahr lang sounds über das web hin und her geschickt und alles fügte sich am ende zu dem, was wir unter ambientdub verstehen. |
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| housefloor.de: |
wie habt ihr diese zusammenhängende „musikalische reise“ produziert,
also welche technik kam bevorzugt zum einsatz? |
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martin: |
irgendwann im frühjahr 2006 war der holger dann bei mir in berlin und wir haben in vielen improvisierten sessions mit unseren maschinen aufnahmen des stückes gemacht.
wir haben zum einen zwei laptops genutzt, um das beste aus der digitaltechnik mit ein paar „realen“ maschinen zu vereinen. das „eigenleben“ wurde dann eigentlich in einem take über ein 16 kanal mischpult in einem dritten rechner aufgenommen. nicht vergessen möchten wir an dieser stelle unsere alte bandmaschine, die für den warmen und weichen klang verantwortlich ist.
das hat echt verdammt viel spaß gemacht, auch deswegen weil wir uns komplett in diesem musikalischen strom treiben ließen und uns selber keine grenzen gesetzt haben. anschließend haben wir wieder getrennt voneinander das stück im sequenzer ausproduziert. es handelt sich hierbei eigentlich nicht um ein stück, sondern um viele zusammengesetzte lieder, die eine geschichte zu erzählen haben. |
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holger: |
ich hatte meinen laptop im gepäck, der randvoll gepackt war mit selbst generierten sounds für das projekt. der ansehnliche gerätefuhrpark vom martin war sehr maßgeblich für das ganze projekt. deshalb haben wir die sessions auch in seinem studio abgehalten, dort im altbau herrschte auch eine gute stimmung. |
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| housefloor.de: |
legt ihr auch gemeinsam auf? wenn ja, wie entscheidet sich, wer wann welche platte auflegt? wie entsteht dabei ein spannungsbogen?
wie baut ihr eure dj-sets auf? |
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holger: |
ich bin ja seit jahren als liveact unterwegs. dabei achte ich immer auf einen spannungsbogen und nehme die leute mit auf eine 70 minütige reise. alles steigert sich und läuft auf ein finale heraus. so ticke ich nun mal und das ist gut so. |
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martin: |
ich bin den klassischen weg gegangen, das heißt zuerst habe ich als leidenschaftlicher vinylsammler das auflegen begonnen und später habe ich dann auch mit dem produzieren angefangen, was mittlerweile meine größte musikalische leidenschaft ist. trotzdem bin auch gerne als dj unterwegs, wo man sich auch immer wieder viele gute ideen mit ins studio nehmen kann. in meinen dj-sets versuche ich immer wieder die verschiedensten stile miteinander zu verbinden und so einen spannungsbogen aufzubauen. nichts ist für mich langweiliger, als stundenlang nur irgendwelche bassdrum, snare, hit hat, geklapper tracks zu hören. gerade in berlin wird da zurzeit etwas mit übertrieben und ein hype kreiert, der sicher wieder schnell in sich zusammen fällt. nichts gegen minimal, auch in dieser sparte gibt es verdammt gute tracks, die ich gerne kaufe, doch trotzdem kommt da viel zu viel seelenloser mist raus. sorry... |
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| housefloor.de: |
wie sehr geht ihr mit technischen neuerungen um? denkt ihr, dass
sich auf lange sicht das auflegen mit cds oder gar das pc-mixing
durchsetzen werden?
was präferiert ihr selbst? |
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holger: |
ich bekomme ja auch als nicht dj mit was um mich herum passiert. immer öfter wird der turntable durch einen laptop ersetzt. mir ist das im grunde gleich, hauptsache es kommt etwas gutes dabei heraus. aber die tücken der technik sind nicht zu unterschätzen. wenn ich dj wäre, würde ich bis zur rente mit vinyl auflegen. das hat mehr seele und ist authentischer als einsen und nullen. bei meinen livesets komme ich um den laptop nicht herum, aber das ist auch ein anderes spiel. |
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martin: |
zurzeit spiele ich fast ausschließlich mit vinyl, habe aber in letzter zeit auch immer mehr meinen laptop mit ableton live dabei, was auch eine echte bereicherung für das set sein kann. man kann da sachen machen, von denen man früher nicht mal zu träumen gewagt hat. trotzdem hoffe ich, dass vinyl nie aussterben wird. ich selber kaufe auch immer noch alle meine tracks auf platte, auch weil ich dadurch dem jeweiligen künstler meinen respekt zollen möchte. man kann sich ja denken, dass die menschen, die diese musik erschaffen, zum teil alles dafür geben (auch finanziell) und mit viel idealismus bei der sache sind. dies soll man auf jeden fall honorieren und die musik nicht einfach nur im netz klauen. |
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| housefloor.de: |
was ist immer in euren kühlschränken zu finden? |
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holger: |
coke und gyros. |
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martin: |
bin froh, wenn ich da überhaupt mal was finde ;-) |
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| housefloor.de: |
was können wir zukünftig von euch erwarten. welche ziele steckt ihr
euch für die weitere karriere? |
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martin: |
einfach weiter musik machen und das leben genießen...
an dieser stelle möchte ich noch mal dem martin von stadtgruen danken, der es uns ermöglicht hat dieses album zu veröffentlichen. |
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holger: |
ich lasse mich da einfach treiben. denn planen kann man in dieser kaputten zeit ja ohnehin nichts mehr. |
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interview: housefloor webmag |
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››› |
portrait dubsuite |
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››› |
martin im netz |
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››› |
holger im netz |
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