| housefloor.de: |
im november erscheint auf mute dein offizieller remix zu depeche mode's „martyr“. wie kommt es dazu, dass du als vergleichsweise unbekannter
künstler für depeche mode remixt? |
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toby dreher: |
na wie es halt immer so ist. wir (sascha mente und ich) waren zur richtigen zeit am richtigen ort. der junge mann von novamute hat unseren auftritt auf der fusion gesehen und uns daraufhin nach einer cd gefragt.
wir wussten so ungefähr worum es ging, aber zu diesem zeitpunkt war es für uns noch gedanklich ganz weit weg. fünf tage vergingen und dann kam die nachricht, dass uns martin gore aus einem stapel von 30 cds für den remix ausgesucht hat. das wunder war geschehen. |
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| housefloor.de: |
in deiner jugend hast du viel sport gemacht, bevor du dir nach einem
bänderriss ein weniger riskantes hobby suchen musstest. so bist du dann
zur musik gekommen. was fasziniert dich am elektronischen sound? |
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toby dreher: |
beim sport war es der meditative und technische aspekt, und so ist es bei der musik auch. die zeit, in der man musik macht, ist wie ein wurmloch. du fängst um 10 uhr an und auf einmal sind sieben stunden um. zudem lern ich jeden tag noch was neues. irgendwie hört es nicht auf. öffnest du eine tür, siehst du dahinter gleich drei neue. und das ist super.
voll hypnose. |
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| housefloor.de: |
du bildest gemeinsam mit sascha mente den liveact (dreher & sm.art) wie ist bei euch die aufgaben-verteilung an den geräten? wie
funktioniert ihr zusammen? |
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toby dreher: |
bei uns ist es so, dass jeder seine eigenen songs macht, und die werden dann in unseren liveact-pool geworfen. der liveact ist dann ähnlich einem dj set. wir wissen meistens nur das erste lied und dann wird alles auf die jeweilige situation angepasst.
das funktioniert super. natürlich hilft es auch viel, dass wir einfach ein eingespieltes team sind. |
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| housefloor.de: |
du hast im jahr 2000 angefangen, selbst musik zu produzieren. bis
januar 2006 hat es dann gedauert bis dein vinyl-debüt erschienenen ist.
seitdem geht es aber rund: bis ende des jahres ist nun schon deine
sechste platte zu haben. warum läufts bei dir so explosiv? |
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toby dreher: |
gute frage! ich denke, das war ein gutes zusammenspiel zwischen einer ordentlichen portion glück, hoher motivation, täglicher harter arbeit und natürlich den netten leuten, die an mich und meine musik geglaubt haben. wie z.b. die ‚kombinat 100’ jungs , die rotary männer, meine studiokollegen etc. ohne die wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin!!
zudem denke ich, dass es auch was mit unserem studio zu tun hat. denn seitdem wir hier sind, kann ich auch endlich laut schrauben und abmischen. das macht viel aus! |
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| housefloor.de: |
woher nimmst du sounds beziehungsweise die ideen für deine
produktionen? was inspiriert dich? |
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toby dreher: |
bis auf die einzelnen drum-samples und manchmal ein paar sprachschnipsel kommt alles aus synthis, wie dem ms-404, dem an1x, der microwelle und den sh 101. außerdem haben wir hier gerade einen chorus echo und einen röhrenverzehrer. aufgenommen und arrangiert wird dann alles in logic.
meine inspirationen bekomme ich meistens von meiner umgebung, meinem umfeld oder beim fahrradfahren. da wir hier eine große studiogemeinde sind, kann man sich super austauschen, motivation auftanken oder einfach nur spaß haben, was sich auf mich und meine musik positiv auswirkt. |
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| housefloor.de: |
wie sehr gehst du mit technischen neuerungen um? denkst du, dass sich
auf lange sicht die neuen techniken des auflegens mit cds oder gar das
pc-mixing durchsetzen werden? was präferierst du selbst? |
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toby dreher: |
ich denke, dass beides parallel funktionieren wird. es wird die djs geben, die mit final scratch etc. oder cds auflegen und es wird die geben, die weiterhin auf ihr vinyl nicht verzichten werden. ich persönlich lege seit einem jahr nur noch mit cds auf, da ich hauptsächlich nur noch lieder aus unserem liveact-pool spiele. final scratch find ich auch nicht schlecht, aber das ist mir ein zu unsicherer balken. da ich nun schon des öfteren erlebt habe, wie diese systeme einfach hängen geblieben oder einfach nicht angesprungen sind und dem dj nervenaufreibende minuten oder sogar stunden beschert haben. |
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| housefloor.de: |
was machst du als erstes, wenn du nach hause kommst? |
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toby dreher: |
da ich nun seit einiger zeit im studio wohne und nur abends für zwei stunden zur arbeit meine oase verlasse, ist es meistens so, dass ich bei meiner rückkehr das nudelwasser aufsetze und den rechner hochfahre. |
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housefloor.de: |
was können wir in naher zukunft von dir erwarten und welche ziele
steckst du dir für deine weitere karriere? |
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toby dreher: |
das ist wie die wettervorhersage. „kräht der hahn auf dem mist, verändert sich das wetter oder bleibt wie es ist.“
mein ziel ist es, motiviert zu bleiben und einfach nur immer genug geld zu haben, um sicher zu stellen, dass ich sorglos musik machen kann.
kurz „glücklich bleiben!“ |
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