.:: housefloor interview :: magda
 
   
brgl. name
magdalena chojnacka
wohnort
berlin
   
 
housefloor.de: deine neue compilation “she’s a dancing machine” ist gerade erschienen. bist du eine dancing machine oder was bedeutet der titel?
magda:

haha - nein, nicht ich soll die dancing machine sein. "she's a dancing machine" ist der titel eines alten jackson five songs. das ist ein witziger disco track und er erinnert mich an die herumtanzenden kleinen elektroroboter der frühen 80-er. es passte einfach zur idee der compilation, denn ich wollte so lustiges zeug in dem mix verwenden.

 
housefloor.de: in den 90-ern hast du auch electro und house gespielt. dann etwa 1999 hast du dich voll und ganz dem minimal techno zugewandt. warum? gab es da ein schlüsselerlebnis?
magda: ich denke nicht, dass ich mich komplett dem minimalen zugewandt habe. ich spiele immer noch viel alten chicago sound und electro. aber so um 1999 habe ich noch viel mehr deutsche musik entdeckt. ich stand schon immer auf richtig minimale sachen wie studio one, basic channel, chain reaction und shako. und dann entdeckte ich labels wie playhouse/klang, perlon, background und so weiter. das klang für mich neu und frisch und faszinierte mich. außerdem war ich zu dieser zeit ein bisschen ausgelaugt und ich habe mich entschlossen etwas zu tun, das mich glücklich macht. also habe ich einen promo mix namens "fact and friction" gemacht. ich wusste nicht, ob ihn jemand mögen würde oder die leute ihn gleich in den müll werfen würden, aber das war mir egal. denn das war der erste mix, den ich nur für mich gemacht habe und nicht dafür, das promoter mich buchen.
 
housefloor.de: ursprünglich kommst du aus pollen und bist in die usa gezogen als du neun warst. heute lebst du in berlin. wo fühlst du dich zuhause?
magda: berlin ist jetzt mein zuhause. ich bin seit drei jahren hier und ich liebe es. ich werde eine ganze weile hier bleiben. es ist ein gutes gefühl in dein eigenes reich nach hause zu kommen vom wochenende.
 
housefloor.de: nachdem du vor einigen jahren einige partys in berlin erlebt hast, hast du dich entschlossen in die stadt zu ziehen. warum hast du das getan und wie hat es dein leben verändert?
magda: ich hatte eine kleine partyreihe in new york und habe leute wie zip, sammy dee, dan bell, und theo parrish eingeladen dort zu spielen. im gegenzug hat mich zip nach berlin zum auflegen eingeladen in der alten panorama bar zu einer perlon/playhouse party. das war für mich der absolute traum. ich war so aufgeregt und hatte keine ahnung wie anders die elektronische szene hier ist. in new york hört alles um vier auf und in berlin sind wir nicht mal vor fünf in den club gegangen!
die partys gingen so lange und die peak time war am morgen und jeder dj spielte etwa vier stunden lang. die leute waren freundlich und tanzten. die rausschmeißer waren nett und schrieen überhaupt nicht "get the fuck out of the club". der club hatte lange offen, sehr lange. da ich wusste, dass dies der richtige ort für mich ist.
 
housefloor.de: du gehörst zur minus-familie rund um richie hawtin. wie bist du teil davon geworden?
magda: ich habe rich 1998 durch freunde kennengelernt und wir kamen gut klar. dann habe ich zwei jahre lang in kanada gelebt mit marc houle und das minus-büro war gleich um die ecke. also habe ich angefangen dort auszuhelfen, wenn ich gebraucht wurde. zur selben zeit hatte ich eine wöchentliche partyreihe in richs club „13 below“. mein allererster gig für minus war an silvester 2000 in detroit und danach habe ich angefangen, öfter mit rich gemeinsam aufzulegen.
   
housefloor.de: gemeinsam mit troy pierce hast du das label underline gegründet. warum hast du dich dazu entschlossen und welche philosophie steckt dahinter?
magda: das ist nicht unser label – falsche info. wir haben nur unseren freunden david und barney am anfang unter die arme gegriffen bevor wir exklusiv zu minus gegangen sind.
 
housefloor.de: was denkst du, war es für dich als frau schwerer in der dj-szene anerkennung zu gewinnen und berühmt zu werden oder war es eher leichter als für deine männlichen kollegen?
magda: es war leichter bookings zu bekommen in der vergangenheit, aber viel schwerer ernst genommen zu werden.
 
housefloor.de: du hast über dich selbst gesagt, dass du ein ruheloser mensch bist. was machst du um dich selbst zu entspannen wenn du das brauchst?
magda: ich glaube nicht, dass ich ruhelos bin. wann habe ich das gesagt? vielleicht war’s in einem anderen zusammenhang. es ist wichtig zu entspannen und das leben zu genießen. klar wird’s manchmal stressig, besonders wenn ich meinen flieger verpasse und dinge verliere, da muss ich einfach innerlich ausgeglichen sein. es macht mich glücklich die möglichkeit zu haben zu reisen und leute zu treffen. das leben ist gut im moment und wenn ich aufhöre, all die kleinen dinge zu schätzen, dann ist es zeit sich sorgen zu machen.
 
housefloor.de: was können wir in der nahen zukunft von dir erwarten und was sind deine langfristigen ziele im leben?
magda:

hoffentlich ganz viel musik und zwar bald. ;) ich möchte weiter über technologie und sound engineering lernen, denn ich bin sicher in zukunft werden wir die möglichkeit haben, musik auf eine neue, unglaubliche art zu hören.

 
interview: alexandra heine
   
   
   
   
 
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