.:: housefloor interview :: alexander koning
 
   
brgl. name
alexander koning
wohnt in
holland
geburtsjahr
1971
   
housefloor.de: du hast kürzlich zwei labels gegründet, upstruct und king fu. warum hast du dich dazu entschlossen und was ist das neue daran?
alexander koning:

ich dachte einfach, dass es zeit für was neues ist. ich brüte immer neue sachen aus und ich bin jemand, der wenn er über etwas nachdenkt, dies auch einfach macht. upstruct ist meine neue partyreihe, die ich 2006 mit großem erfolg begonnen habe. wir haben in diesem jahr schon zehn partys in unterschiedlichen locations gemacht mit künstlern wie james holden, tiefschwarz, marc romboy, thomas schumacher, martin eyerer und so weiter. ich dachte also, warum nicht auch ein label um die eventreihe zu unterstützten und umgekehrt.
auf king fu will ich einfach nur die musik machen, die ich am besten finde angefangen bei techno über clubmusik und alle anderen styles, die ich mag.

 
housefloor.de: seit vielen jahren hast du außerdem noch diverse weitere labels wie etwa equal records, xxxflicks, bassethound records, madnurse, zaebize und badgirls, um nur einige zu nennen. warum hast du so viele verschiedene labels und nicht nur eins oder zwei?
alexander koning: ich denke, dass ein label nicht mehr als vier bis fünf releases pro jahr rausbringen sollte, damit es stark und gesund bleibt. also kam ein weiteres label dazu und dann noch eins und eins.
ich arbeite auch gern mit vielen verschiedenen vertrieben zusammen um zu sehen, welcher besser ist und mit welchen ich wirklich zusammenarbeiten will. es gibt auch so viele verschiedene künstler, die ich mag. also versuche ich mit ihnen allen zusammenzuarbeiten. ich will auch neuen künstlern eine chance geben ihre tracks auf vinyl rauszubringen und nicht nur als mp3.
 
housefloor.de: dein musikstil ist seit jeher irgendwo zwischen house, techno und techhouse angesiedelt. wenn du schon nicht genau in genres passt, was ist in deinen augen charakteristisch für deine musik?
alexander koning: genau das ist das charakteristische: das ich alles spiele. ich bin wirklich kein typ, der nur eine musikrichtung mag. ich mag viele stile, also versuche ich sie zu vermischen in meinen dj sets. also ich spiele eben einfach auf techno- oder clubpartys und sogar dann versuche ich noch andere stile einzumischen, einfach um es für mich und das publikum interessant zu halten. ein einziger stil ist für mich langweilig und ich denke, mittlerweile spielen viele djs einen stil-mix. sogar die techno-szene hat sich da geöffnet. und das ist gut. was meine musik betrifft mache ich einfach musik und es ist mir egal ob house oder techno dabei herauskommt, solange der track mir gefällt.
 
housefloor.de: während deiner dj-karriere hast eine vielzahl von residencys gehabt wie etwa in den clubs mazzo, melkweg, time, patronaat, stalker oder hemkade und einige davon hast du auch jetzt noch. warum ist es dir wichtig regelmäßig in bestimmten clubs zu spielen?
alexander koning: ich weiß nicht, ob das wichtig ist, aber ich es macht mir einfach spaß. die clubs, in denen ich heute noch oft spiele, lege ich schon seit zehn jahren oder länger auf. man kennt jeden und es ist immer schön, dorthin zu kommen. ich spiele in diesen clubs nicht jede woche, aber vier bis acht mal im jahr. so wird’s nie langweilig und trotzdem ist es jedes mal so als würde ich nach hause kommen.
 
housefloor.de: schon in den frühen jahren von house und techno hast du partys organisiert, zunächst in deiner heimatstadt beverwijk, später in einer größeren location in amsterdam und zaandam. auch heute bist noch promoter der regelmäßigen “eye on the future”-partys und lädst künstler ein, die holland noch nie besucht haben. warum ist es dir wichtig, selbst partys zu machen?
alexander koning: ich mochte es von anfang selbst zu veranstalten. dann kann man djs einladen, die man noch nie gehört hat. heutzutage mache ich viele verschiedene partys einfach nur der party halber. ich mag es, wenn die leute eine gute zeit haben. es ist nicht wichtig, ob das eine house-, techno- oder minimal-party ist. die leute haben spaß, darum geht es mir. in diesem jahr mache auch ein paar richtig kleine partys in bunkern für nur 125 leute. ich will mal wieder was richtig underground-mäßiges machen für leute, die einfach gute musik mögen und offen für neues sind. also zu meinen eigenen partys kommen von 125 bis 3.500 leute. dabei macht es mir viel spaß bei den kleinen wie bei den großen partys. wir leben zum feiern (sagt der alte mann ;-))
   
housefloor.de: seit 1995 hast du einen plattenladen namens trancentral in haarlem, der schier endlose reihen von houseplatten feil bietet. was bedeuten dir der laden und das gute alte vinyl? wie gehst du mit den neuen dj-techniken um?
alexander koning: vinyl wird immer mein ding sein. ich spiele immer noch zu 95 prozent vinyl und ich befürchte, das wird nie aufhören. mag es einfach nicht mit einem cd-player aufzulegen. das gibt mir nicht das richtige gefühl. viele jüngere kids fangen direkt damit an mp3s zu spielen, aber ich glaube in fünf jahren und wenn du die musik wirklich magst, wird es dir leid tun, dass du nie eine platte gekauft hast, um eine schöne sammlung haben, die du an verregneten tagen durchspielen kannst oder deinen freunden zeigen kannst. das muss jeder selbst wissen, aber ich bleib beim vinyl. für mich es auch echt komisch, dass jüngere produzenten und djs digital auflegen, aber ihr traum ist es, eine vinyl rauszubringen, hmmm. ich hab auch gehört, dass die vinyl-verkäufe wieder ansteigen, also scheine ich nicht der einzige zu sein, der so denkt.
 
housefloor.de: du bist dj, produzent, betreibst mehrere labels, einen plattenladen und veranstaltest partys… das klingt nach einer menge arbeit. wie bekommst du das alles unter einen hut?
alexander koning: das bekomme ich nicht, ich tu nur was ich tun muss: rund um die uhr arbeiten ;) und außerdem ist das keine richtige arbeit, es ist immer noch mein hobby und ich liebe es. und wenn man etwas so gern macht, dann ist es dir egal wie viel arbeit es kostet. nur meine freundin beschwert sich manchmal. dann nehme ich ein paar stunden frei ;)
 
housefloor.de: du bist jetzt seit zwanzig jahren musiker. was können wir von dir in der nahen zukunft erwarten und was sind deine langfristigen ziele?
alexander koning: ich habe 1989 angefangen aufzulegen, aber so richtig musik zu machen habe ich erst 1998 begonnen. trotzdem mache ich es nicht sehr oft, vielleicht zweimal die woche für ein paar stunden (ich wünschte ich hätte mehr zeit). ich wollte schon viel früher anfangen, aber ich habe das ganze angesparte geld für partys ausgegeben und für strafen, die ich bezahlen musste, als ich wegen einer menge graffitis eingesperrt wurde ;) meine langfristigen ziele sind einfach musik zu machen und vielleicht nach vancouver zu ziehen. ich will einfach in den bergen sein zum snowboarden und wandern, meine anderen hobbys.
ich möchte ein studio mit blick über die berge und versuchen die szene dort ein bisschen aufzumischen, denn sie hinken etwas hinterher.
 
interview: alexandra heine
   
   
   
   
   
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