.:: housefloor interview :: alex bau
 
   
bürgerlicher name
alex bau
wohnort
burghausen
geburtsjahr
1974
   
housefloor.de: kürzlich ist dein neues album „credo“ erschienen. hattest du einen leitfaden für die arbeit? wie sind die tracks entstanden?
alex bau:

anlass für mein album war einfach das bedürfnis mal wieder mehr über den 12"-tellerrand hinauszuschauen, und gleichzeitig das angebot von zenit dort ein album in form eines limitierten, und sehr hochwertig gestalteten pakets zu machen. da sagt man natürlich nicht "nein".

 
housefloor.de: bis auf durchweg schnelle, harte bässe bist du stilistisch kaum in eine schublade zu stecken. mal minimal, dann wieder hart, oder auch verzerrt und spacig. was willst du in erster linie mit credo zum ausdruck bringen?
alex bau: vielseitigkeit! mich langweilen clubabende ganz extrem, bei denen der energielevel über stunden der gleiche ist. und leider sind viele events im minimalen kontext, trotz einiger sehr geiler releases in diesem bereich, einfach langweilig, weil nix passiert und die leute fast schon die krise kriegen, wenn mal eine 909 bassdrum zu hören ist. und das kann es ja nicht sein. kein wunder wenn einige, vor allem ältere leute, die seit langem dabei sind, die lust am techno verlieren. ich meine, es soll schon musik sein und ich bin der letzte, der gebretter auf 145 bpm braucht. 130 reichen da voll aus, aber energie muß schon zu spüren sein und ich denke das zieht sich wie ein roter faden durch das album trotz "stylehopping". und das wiederum ist gewollt.
 
housefloor.de: seit mehr als sechs jahren betreibst du das label toneman. nach mehr als einem jahr pause ist hier vor wenigen wochen eine neue platte erschienen von basic implant, einem projekt von dir und sven dedek. warum war es so lange ruhig um dein label?
alex bau: ganz einfach weil eine menge anderer projekte am start waren und ich in den letzten jahren eher den fokus auf produktionen für andere labels hatte, vor allem nach meinem ersten album connected, das ja noch auf toneman erschien. sven hat dann auch seine aktivitäten verlagert, aber wir waren uns einig, dass es einfach wieder weitergehen muss. schon alleine deshalb, weil es ja nur noch eine hand voll wirklich klassische technolabels in deutschland gibt, und da sehen wir toneman immer noch: klassischer techno.
 
housefloor.de: du produzierst viel gemeinsam mit sven dedek. wie funktioniert ihr gemeinsam im studio? wer macht was?
alex bau: in den letzten drei, vier jahren eigentlich gar nicht mehr so viel, wie man am output auch bemerkt. wo alex bau draufsteht, steht auch wirklich nur alex bau als produzent dahinter. es liegt wohl daran dass wir beide mittlerweile nur noch digital produzieren, und so das treffen in einem fixen studio zu einer gemeinsamen session nicht mehr so nötig ist wie noch zu "analogen" zeiten. heißt aber wiederum nicht, dass es da keine basis mehr gibt, nur die zeit wird immer knapper...
 
housefloor.de: du bist seit 15 jahren als dj unterwegs. was ist dir im club wichtig, um beim auflegen so richtig aus dir heraus kommen zu können?
alex bau: dass von seiten des publikums etwas toleranz gegenüber dem dj geübt wird, nicht was qualität betrifft oder skills, die müssen passen, aber man sollte uns djs schon zugestehen ein set aufbauen zu können, denn dann werden die parties auch meistens fett, so geht es mir zumindest immer wieder. ich mag "clubsets" mit vier oder mehr stunden lieber als "raves" mit vielleicht anderthalb oder zwei stunden. da kann es nicht wirklich einen flow geben.
   
housefloor.de: wie stehst du zu den neuen, digitalen auflege-techniken? was benutzt du selbst?
alex bau: ich benutze final scratch in verbindung mit traktor und dessen effekten. so kann ich das herkömmliche auflege-feeling mit neuen möglichkeiten kombinieren - und beides ist mir extrem wichtig. ohne irgendwas zu drehen wäre es für mich kein auflegen mehr, aber die neuen digitalen möglichkeiten geben einem set viel stärker eine eigene note.
 
housefloor.de: was ist immer in deinem kühlschrank zu finden?
alex bau:

schwipp schwapp ohne zucker, schokopudding in irgendeiner form, fisch und eine lampe ;-)

 
housefloor.de: was dürfen wir in naher zukunft von dir erwarten und was sind deine langfristigen ziele?
alex bau:

ich will jetzt erst mal mein album fertig releasen, zwei singles stehen ja noch aus, und dann wird es wohl auch remixes geben von den albumtracks, ein paar ideen habe ich da schon. und einige neue zenit-releases sind dann auch fürs frühjahr geplant, so ab april und mai. und parallel dazu halt das übliche programm an den wochenenden, was irgendwie dann doch immer anders als üblich ist, irgendwie. und was gut so ist ;-) langfristig und kurzfristig ist da für mich das gleiche: die verbreitung von gutem techno ohne sich von allen möglichen trends gleich extrem beeinflussen zu lassen, eben den eigenen style ausbauen und entwickeln.

   
 
interview: alexandra heine
   
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