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housefloor.de: |
du bist in holland mit dem pseudonym plato wesentlich bekannter als unter mijk van dijk. warum ist dir dieses alter ego wichtig?
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mijk van dijk: |
als plato gehe ich an kompositionen anders heran als mijk van dijk. ich sehe "plato" in der tradition meines projekts "microglobe", unter dem ich 1995 mein erstes album veröffentlicht habe, bevor ich bei superstition nur noch als mijk van dijk veröffentlichte. als microglobe habe ich ja bei mfs-records mit die ersten "trance-tracks" veröffentlicht. als dann aus trance eine schlechte kasperle-techno-variante gemacht wurde, habe ich auch microglobe erstmal eingestellt, weil ich mit dem, für das trance in der zweiten hälfte der 90er und auch jetzt steht, nichts zu tun habe. mittlerweile wird melodie auf dem dancefloor auch von der "geschmackspolizei" wieder akzeptiert und vieles, was jetzt unter dem label "neotrance" firmiert ist tatsächlich ein oft guter, oft lauer aufguss der jahre 1992-1994. als plato setze ich genau da an und setze meine erfindungen von damals in die jetztzeit um, mit den technischen mitteln, die mir vor 15 jahren noch nicht zur verfügung standen.
ausserdem ist plato ein projekt, daß exclusiv bei big & dirty erscheint, mal abgesehen von remixes.
gerade habe ich einen plato-remix von gto's "pure" fertiggestellt. "pure" war eines dieser stücke, daß meine soundvorstellungen bis heute sehr geprägt hat: ein rougher beat, deepe atmos und euphorisierende sounds. mit meinem plato-remix dieses lieblingsklassikers bin ich auch sehr zufrieden.
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housefloor.de: |
du warst einer der ersten liveperformer überhaupt in deutschland. wann wirst du wieder eines deiner berüchtigten livesets im club zum besten geben?
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mijk van dijk: |
ich überlege gerade wieder, wie ich live möglichst kompakt und sportlich auftreten könnte. allerdings möchte ich gerne ohne laptop spielen. ich empfinde laptops auf der bühne als extrem unsexy. fatalerweise eignet sich die software, mit der ich ausschließlich produziere, nämlich ableton live, ganz hervorragend zum live spielen. ich denke, es wird auf sequenzer/synthesizer-kombination hinauslaufen. die zeiten, wo ich mit 100 kg equipment unterwegs war, sind definitiv vorbei.
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housefloor.de: |
du bist zur zeit was veröffentlichungen angeht sehr aktiv. kürzlich sind platten gemeinsam mit namito bei circle music, ein remix für den slovenen tempoonauta, die „wanderlust ep“ als plato und ein plato-remix von „the orange theme“ erschienen. ist auch ein neues album planung? |
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mijk van dijk: |
erst mal kommt eine plato-mix-cd, in der ich den plato-sound noch mal anhand von aktuellen und klassischen stücken definieren werde. das ganze wird schon extrem "komponiert" sein, nicht ganz so detail-versessen wie 2003 meine superstition-decade-mashup-mix-cd, aber auch kein dj-turntable-mix.
ansonsten schreibe ich auch viele stücke, die weit weg von techno und electro sind, produziere ambient-und downbeat-tracks, auch richtige songs. ich weiss aber noch nicht, in welchem rahmen die zur veröffentlichung kommmen werden. |
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housefloor.de: |
du arbeitest mit vielen verschiedenen labels wie big & dirty, blue fin, gigolo oder kling klong zusammen. was ist für dich wichtig bei der zusammenarbeit mit einem label und den menschen, die dort arbeiten? |
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mijk van dijk: |
wichtig ist natürlich erstmal, daß mir die philosophie des labels gefällt. das geht über die veröffentlichte musik hinaus. bei mfs und superstition fungierte das label für mich schon fast als ersatzfamilie. das brauch ich jetzt nicht mehr so, aber definitiv arbeite ich lieber mit menschen, die ich auch persönlich sehr schätze. |
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housefloor.de: |
wie ein roter faden durch deine karriere zieht sich das gemeinsame schaffen mit anderen künstlern. so hast du mit „teamwork“ (1999) ein ganzes album aus studio-kooperationen zusammengestellt und aktuell warst du mit namito und dj hell zusammen im studio.
was macht den unterschied zwischen einer koproduktion und einer solo-arbeit von dir aus? |
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mijk van dijk: |
wenn zwei menschen sich im studio treffen, passieren andere dinge, als wenn einer allein dort sitzt. natürlich braucht es neugier, respekt und kompromissfähigkeit, aber dafür wird man oft mit überraschenden ergebnissen belohnt, auf die jeder auf sich allein gestellt nie gekommen wäre. andererseits brauche ich auch sehr die zeit allein im studio,. weil ich mir dann die sounds und tricks erarbeite, die ich aus dem hut ziehen kann, wenn ich kooperiere. denn lange rumtrödeln darf man bei koproduktionen nicht, da muss alles frisch auf den tisch.
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housefloor.de: |
in japans clubs bist du häufiger und sehr gern gesehener gast. was verbindest du mit japan? welches sind die größten unterschiede zur clubszene hier in deutschland? |
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mijk van dijk: |
ch habe dort viele freunde und mag die mentalität der menschen, in und ausserhalb der clubs. ich könnte jetzt wirklich lange schwärmen und viele anekdoten erzählen. aber für jetzt muss einfachh reichen: "ein land wie kein anderes!" |
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housefloor.de: |
im jahr 1990 hast du deine erste soloproduktion unter dem namen loopzone auf low spirit veröffentlicht. erst danach, 1992, hast du angefangen auch als dj die clubs zu entern. bei den meisten künstlern läuft es anders herum, sie kommen übers auflegen zum produzieren. welche vor- und nachteile siehst du bei dem weg, wie du die musik kennengelernt hast? |
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mijk van dijk: |
auflegen und produzieren gehört schon zusammen. als dj erlebe ich den jetzt-zustand unserer musik an jedem wochenende im club und habe ein gespür für das richtige timing und arrangement eines tracks. als produzent kann ich ideen gleich direkt und ohne umwege umsetzen. ich weiß, welche sounds und effekte gerade gehen, welche durch sind und kann daher auch zielstrebig an innovationen arbeiten. es ist also wirklich hilfreich, wenn ein techno-produzent auch selber auflegt. aber ein guter produzent muss kein guter dj sein und umgekehrt gilt das auch.
tipp für nichtauflegende produzenten: holt euch einen dj ins studio, zu dessen musik ihr besonders gerne tanzt. |
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housefloor.de: |
du hast aktiv das aufblühen der berliner szene anfang der 90er jahre erlebt und bist auch heute noch insider der hauptstadtszene. was ist erhalten geblieben? was vermisst du heute? |
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mijk van dijk: |
erhalten blieb, das ständig alles wieder anders ist. clubs kommen und gehen, leute steigen und fallen, aber die musik sucht sich immer ihren weg in neue locations, durch neue leute, in neue herzen. in anderen orten gibt es den immergleichen club seit anbeginn. in berlin erfindet sich alles immer neu und man kann es weder verhindern, noch aufhalten, also muss man vorne dabei sein oder noch besser: selbst erfinden.
vermissen kan man in der tat die euphorie bestimmer nächte, im e-werk, im planet, im tresor, die so einfach für mich nicht mehr zu toppen sind. aber diejenigen, die jetzt techno in locations wie der panorama-bar, der bar 25 oder dem neuen tresor erleben, sammeln dort gerade ihre eigenen erfahrungen, die ebenso schwer zu übertreffen sein dürften.
insofern: alles immer anders, aber immer geil. |
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housefloor.de: |
welche langfristigen ziele steckst du dir und was dürfen wir in naher zukunft von dir erwarten? |
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mijk van dijk: |
bei brique rouge in frankreich kommt meine 1992-microglobe-produktion "high on hope" mit neuen remixen von david duriez, namito und mir heraus. bei frisbee wird die "motherwomb"-ep erscheinen, bei blufin eine ep namens "boa/ mamba", mit nem feinen ramon zenker-remix und bei gastspiel gebe ich ein solches mit meiner "liebestrunken"-ep, incl. stickroth & ercolino-remix, das alles im september. nicht zu vergessen mein plato-remix von gto's "pure". ausserdem stehen gigolo-produktionen mit dj hell an.langfristig stehen auch jene produktionen zur veröffentlichung an, die gar nichts mit techno zu tun haben. aber die kann man nicht einfach mal so als 12" in den laden stellen und schauen, was passiert. da feile ich gerade noch am konzept. |
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interview: alexandra heine |
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artist portrait :: mijk van dijk |
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