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housefloor.de: |
in wenigen tagen erscheint dein zweites album „incanto“. steckt eine bestimmte idee dahinter oder wie bist du ans produzieren herangegangen?
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climatic: |
meine grundidee bei „incanto“ war, die linie fortzusetzen, die ich mit dem vorgängeralbum angefangen hatte: ziemlich unterschiedliche styles und tempi unter einen hut bringen, für abwechslung sorgen. wobei ich glaube, dass der bogen diesmal besser gespannt ist. es gibt genügend überraschungen, aber der rote faden bleibt. beim produzieren habe ich meistens an mehreren nummern parallel gearbeitet, das heißt, zwei, drei stunden an der einen, dann pause, dann eine stunde an der nächsten, manchmal vier verschiedene tracks an einem tag. dann wieder einen tag lang etwas ganz anderes, so dass einzelne titel dann wochen brauchten, bis sie fertig waren. dadurch kam ich ständig weiter, ohne mich an etwas satt zu hören oder mich zu quälen.
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housefloor.de: |
für „incanto“ hast du mit zwei sängerinnen zusammengearbeitet. was braucht in deinen augen eine gute sängerin im elektronischen bereich?
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climatic: |
der elektronische bereich ist ja sehr vielfältig, da kann eine stimme mal kühl und spröde klingen, auf urbanen, technoiden tracks zum beispiel, oder aber sweet and lovely, wenn man an lounge und trip hop denkt. wichtig ist, dass ein sänger eine echte affinität zu dieser musik hat, sich von ihr inspirieren lässt. was elektronische musik ausmacht und miteinander verbindet, ist ein gewisser minimalismus, eine ästhetik, die nicht jeder automatisch fühlen und umsetzen kann, nur weil er ein guter musiker ist.
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housefloor.de: |
du siehst dich selbst als musikalischen grenzgänger. wie würdest du deinen sound beschreiben?
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climatic: |
entspannt, hypnotisch, sparsam im umgang mit klischees, reich an farben. ich versuche, meinen tracks möglichst viel „menschlichkeit“ einzuhauchen, das gefühl von „handgemachter“ oder live-musik zu vermitteln.
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housefloor.de: |
du hast eine klassische musik-ausbildung genossen, kannst klavier, schlagzeug und percussion und warst an einem konservatorium. welchen einfluss denkst du hat das auf deinen sound und die art, wie du musik machst?
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climatic: |
zunächst einmal wurde man in meinem musikstudium mit vielen verschiedenen stilen bekannt gemacht, jazz, funk, lateinamerikanisches, brasilianisches, ein breites spektrum, was man nicht nur hören und analysieren, sondern auch auf seinem instrument spielen musste. das kam mir natürlich zugute als jemand, der einen vielseitigen geschmack hat, der gerne stile vermischt und zitiert. schlagzeug spiele ich schon seit dem studium nicht mehr als instrument, es zu lernen war allerdings ungeheuer hilfreich für mich. ich glaube, man kann bei meinen stücken hören, dass ich mich viel mit groove – programmierung und swing beschäftigt habe, und selten quantisiere, um mal ein wenig zu fachsimpeln…
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housefloor.de: |
seit vielen jahren arbeitest du im studio und als live-act auch gemeinsam mit naoki kenji. warum passt ihr beide musikalisch so gut zusammen?
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climatic: |
nun, zum einen wir haben eine recht große schnittmenge an musik, die wir beide gut finden. zum anderen passt die chemie sehr gut. sich seit zwölf jahren kennen und sich trotzdem nicht langweilig finden, das ist schon eine feine sache, ein glücklicher zufall…
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housefloor.de: |
wie gehst du mit technischen neuerungen um? probierst du alles neue aus oder setzt du im studio und beim mixen auf bewährtes? |
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climatic: |
was equipment angeht, da probiere ich nur ein bruchteil von dem aus, was neu auf den markt kommt. dafür ist mein schreibdrang zu groß, als dass ich die nötige zeit dafür hätte. vor jahren war das noch etwas anders, da war ich noch mehr auf der suche nach wegen, meine vorstellung von sound technisch umzusetzen. im augenblick arbeite ich sehr viel mit altbewährtem equipment. meine weiterentwicklung findet eher dahingehend statt, wie ich mit musikalischen ideen selbst, mit tönen, rhythmen, arrangement und so weiter umgehe.
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housefloor.de: |
was machst du als erstes wenn du nach hause kommst?
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climatic: |
ich fahre den rechner hoch und freue mich, wenn er's noch tut.
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interview: alexandra heine |
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cd-tipp climatic - around and about |
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