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housefloor.de: |
wie hast du angefangen dich für elektronische musik zu begeistern und was fasziniert dich daran?
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markus wesen: |
schon in der schulzeit war meine begeisterung zur musik in ansätzen vorhanden. ich denke, dass ich das meinen eltern zu verdanken habe, da beide auch musiker sind. mein vater spielt bis heute noch in einer kleinen band und meine mutter ist begeisterte sängerin.
während der schulzeit machte ich dann ein praktikum beim wdr in der tontechnik, wobei ich dann damals schnell von der marterie fasziniert war. allerdings setzte ich diese musikalische leidenschaft erst viel später als dj um.
anfang der 90-er jahre erreichte mich diese erste welle der technobewegung. damals allerdings nur als konsument. meine ersten gehversuche hinter den plattentellern machte ich 1994. anfangs alles nur als hobby.
erst weitere vier jahre später nach einigen kleinen selbst organierten veranstaltungen kam eine art durchbruch. damals nahm ich an einem deutschlandweiten dj-contest teil, bei dem ich den zweiten platz belegte. dadurch wurden dann mehrere veranstalter auf mich aufmerksam und ich bekam meine ersten resident-jobs.
ein jahr später (1999) machte ich dann mit zwei freunden eine kleine agentur auf, die unter anderem die legendäre veranstaltung "das boot" in köln machte, wo ich natürlich auch einer der resis war. zu der zeit fing ich dann auch mit meiner studioarbeit an und das erste release folgte 2001 auf sounds good records. seitdem rollt es mal besser und mal schlechter weiter.
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housefloor.de: |
reagierst du beim plattendrehen auf die vibrations der partycrowd oder ist dein set weitestgehend vorstrukturiert? warum?
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markus wesen: |
also ein set vorzukonstruieren klappt meiner meinung nach nicht. ich gebe mir im vorfeld einfach nur soviel mühe meine tracks so gut zu kennen, dass ich bestmöglich auf die vibrations, die mir entgegenkommen, eingehen kann ohne mich dabei zu weit von dem zu differenzieren, was mich als dj ausmacht. das ist oft ein spagat. allerdings macht genau das immer wieder den reiz von neuem aus - wenn man das publikum mehr und mehr auf seine eigene reise nimmt und sein eigenes verständnis von musik näher bringen kann.
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housefloor.de: |
wie sehr gehst du mit technischen neuerungen um? denkst du, dass sich auf lange sicht die neuen techniken des auflegens mit cds oder gar das pc-mixing durchsetzen werden? was präferierst du selbst?
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markus wesen: |
hättet ihr mir diese frage vor drei jahren gestellt, hätte ich gesagt, dass das digitale auflegen nichts für mich ist. heute denk ich da total anders drüber. anfangs belächelte ich noch die technik, die versuchte irgendwie das pallattenauflegen zu imitieren, es aber einfach vom feeling her nicht hinbekam. heute spiel ich nunmehr seit zwei jahren nur noch digital.
angefixt von der besser werdenen technik, war mit finalscratch 2 endlich der sprung gelungen, ein system auf den markt zu bringen, bei dem ich keinen großen unterschied im handling mehr fesstellen konnte zu dem normalen vinyl. hinzu war das genau eine zeit, wo fast alle promopools nach und nach auch auf digitale promos setzten, und die wollte ich natürlich auch so schnell wie möglich einsetzen. und da ich von cds nie wirklich ein freund war, mussten andere alternativen her.
heute spiel ich mit traktor scratch in verbindung mit traktor 3 und als steuereinheit nutze ich den faderfox. natürlich immer noch und weiterhin meine vinyls mit dem timecode für das feeling. allerdings sind die möglichkeiten, die man damit heute hat, ein vielfaches von dem was einfach nur mit vinyl geht. und genau dieses gesamtpaket lässt mich mittlerweile ein überzeugter digital-dj sein. nur werde ich weder das eine verfluchen noch das andere empor heben.
jeder dj ist ein individium, der für sich das beste medium finden muss um seine musik zu transpotieren. der eine macht es lieber klassisch nur mit vinyl, der andere kommt mittlerweile gleich mit zwei laptops und eigenem equipment in den club um sich zu präsentieren. vor beidem hab ich den nötigen respekt, solange er mich mit seinen skills und seinem musikgefühl erreicht.
rein markttechisch tut's mir leid für sämtlich vertriebe, die einfach überflüssig geworden sind. allerdings ist ja nicht die komplette musik vom markt, sondern nur der weg zum endverbraucher hat sich geändert. die einen sind nutznießer davon, und andere leider wieder nicht. mich als künstler hat diese bewegung zum glück nicht negativ getroffen und ich seh einfach zu, dass dies auch möglichst nicht passiert.
sicher ist es schwerer geworden in der fülle der musik, die durch das digitale zeitalter auf den markt kommt, seine platzierung zu finden. aber das ist der puls der zeit und da sollte man sich anpassen. als das auto erfunden wurde, waren das auch erst teufelsmaschinen und 'ne menge leute wurden durch das auf einmal so schnelle leben auf der straße überrollt. trotzdem möchte heute keiner mehr drauf verzichten. somit verfluche ich auch hier nichts, sondern passe mich dem markt an.
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housefloor.de: |
wer hat neben dir den größten einfluss auf deine art musik zu machen?
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markus wesen: |
mein ganzes umfeld spiegelt sich in meiner musik wider. alles was mich umgibt, hat einfluss auf das was ich bin und was ich in meiner musik ausdrücke. früher hab ich dir an dieser stelle andere küstler genannt, aber die haben mich nur an das musikmachen herangeführt. heute schau ich immer noch an, was andere machen, und werde auch immer noch durch andere künstler inspiriert, jedoch versuche ich die inspirationen nie zu kopieren, sondern auf meine art umzusetzen und zu verwirklichen. aber ich denke, das brachten das älterwerden und die erfahrung mit sich. heute weiß ich einfach besser, wo ich stehe mit meiner musik und will es nicht unbedingt jemand anderem mehr recht machen, den vorhin erklärten spagat ausgenommen.
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housefloor.de: |
was machst du als erstes, wenn du nach hause kommst? |
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markus wesen: |
(lacht) kommt drauf an wann ich nach hause komme. nach nem gig fall ich meinstens ins bett. in der woche, wenn ich aus dem studio zwei etagen nach oben gehe, versuch ich oft noch den abend in ruhe zu genießen. allerdings bin ich seit nunmehr gut drei monaten wieder solo, da schaut das genießen anders aus als in einer beziehung. es gibt aber auch tage, da sitz ich 14 stunden im studio und dann mach ich einfach nichts mehr außer mich dumm vorm fernseher berieseln zu lassen.
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housefloor.de: |
welche tendenzen siehst in der elektronischen musikszene?
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markus wesen: |
was den markt angeht hab ich ja vorhin schon ein paar sachen dazu gesagt. insgesamt wird die musik nicht untergehen, sie wird sich nur verändern. die allgemeine bewegung, die rein gekommen ist, begrüße ich im großen und ganzen.
heute kann man wieder mehr experimetieren, ohne gleich verurteilt zu werden. es werden gerade wieder viele anleihen bei sehr alten tracks aus dem anfang der ganzen bewegung genommen. hoffen wir einfach mal, dass sich das auf den endverbraucher überträgt und somit auch was von diesem alten spirit, der diese szene mal so besonders machte, dabei überspringt. aber auch hier denke ich recht positiv und schaue gerne auf das was da kommt. alles in allem bin ich halt eher ein positiver mensch und denk auch positiv über die da kommenden entwicklungen.
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housefloor.de: |
was können wir in naher zukunft von dir erwarten und welche ziele steckst du dir für deine weitere karriere? |
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markus wesen: |
zur zeit verbringe ich mehr und mehr zeit im studio, somit kann man dieses jahr noch einiges an produktionen und remixen erwarten. die nächste wird jetzt im april auf blu-fin erscheinen. im mai kommt dann ein remix von mir auf deep in rhythm raus, ebenso die nächste ep zusammen mit abel riballo auf restart.
des weiteren kommt dann auch noch im sommer eine weitere ep, wiederum von abel und mir, auf circle music und im herbst dann die nächste ep auf blu-fin, dann wieder mit pierce und mir.
die anderen remixe erwähn ich jetzt nicht, da müsste ich jetzt einfach zu weit ausholen. haltet einfach augen und ohren offen und schaut zwischendurch mal auf meine homepages www.myspace.com/markuswesen oder www.markuswesen.com. des weiteren kann man mich alle zwei wochen im wechsel mit pierce auf www.medicstation.de hören. das ist unsere eigene radioshow und dort freuen wir uns auch über ein stetiges wachstum.
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