![]() |
| housefloor.de: |
im april ist euer album „animals“ ››› bei cocoon recordings erschienen. wie kam es zu der zusammenarbeit mit dem deutschen label?
|
|
|
minilogue: |
wir haben eine ganze weile an dem album gearbeitet und während dieser zeit haben wir einige ausgesuchte labels über die entwicklung auf dem laufenden gehalten. im september vergangenen jahres hatten wir dann das gefühl, dass das album fertig ist und haben die demo an drei labels geschickt, cocoon war eines von ihnen. pauli und sven haben es sich angehört und wie es aussieht, mochten sie das, was sie da hörten.
|
| | | | |
| housefloor.de: |
„animals“ ››› erstreckt sich über mehrere musikstile: von peaktime techno bis hin zu tiefem ambient ohne bässe. als ihr mit dem produzieren für das album angefangen habt, gab es da ein konkretes konzept? welche idee steckt hinter dem album?
|
| |
minilogue: |
unser hauptziel innerhalb des vergangenen jahres war es mit minilogue ein projekt zu schaffen, das uns größtmögliche kreative freiheit gibt. ein weiteres ziel war es, ein album zu produzieren, das unsere wirkliche musikalische vielfältigkeit und künstlerische offenheit zeigt. bis jetzt haben die meisten leute nur die dancefloor-seite von minilogue kennengelernt. in zukunft hoffen wir, dass die menschen minilogue gleichermaßen als einen elektronischen freestyle-act wie auch als techno- und house-act betrachten.
am anfang des albumprozesses wollten wir nur eine cd machen und alle unsere musikalischen perspektiven darauf packen, aber achtzig minuten schiene uns bald zu wenig um eine schöne reise durch einerseits deep ambient und andererseits tanzbarer musik aufzubauen. nach einer weile beschlossen wir, dass es eine doppel-cd sein muss, um unsere zwei gesichter zu zeigen.
was die musik betrifft hatten wir keine klare vorstellung am anfang. natürlich schwirren dir immer viele verschiedene ideen und musikalische richtungen im kopf rum, die du dann auch ausprobieren willst. wir versuchen dabei immer uns für alle möglichkeiten und richtungen offen zu halten, wenn wir an einer platte arbeiten. manchmal ist eben das unerwartete und nicht vorhergeplante auch die fantastischere lösung, authentisch und spontan.
|
|
| | | |
| housefloor.de: |
im mai erscheint ein weiteres album von euch auf dem japanischen label mule electronic. für das projekt imps habt ihr euch mit den australischen jazz-musikern decoy zusammengetan. „bring out the imps“ wurde größtenteils im laufe einer zwei-wöchigen jam session produziert. das ist ja nun ein sehr anderer ansatz als bei „animals“. wie können wir uns die zusammenarbeit von euch vieren im studio vorstellen?
|
|
|
minilogue: |
imps ist wirklich ein ganz anderes projekt als minilogue. während wir mit minilogue schon tausende stunden im studio und auf tour verbracht haben, entstand die imps sessions innerhalb von zwei wochen voller inspiration, jamming, imps-heit und gelächter ohne musikalisches ziel und ohne druck, ein bestimmtes album zu machen oder nicht. im laufe dieser zwei wochen im studio haben wir auch alle tracks benannt, das logo entworfen und die pressefotos gemacht. das album "bring out the imps" ist also wirklich die spontanste platte, die wir je gemacht haben. unser studio im malmö ist voll mit externem equipment wie syntheziser, sampler, arpeggiators, drum maschinen, effekten, mixer, viele gitarren-pedale und loop boxen sowie auch viele verschiedene instrumente wie violinen, gitarren, klavier, drums und percussions. ian und philip sind fantastische musiker, nicht nur auf ihren hauptinstrumenten (kontrabass und sopran saxophon), sondern sie kennen sich auch mit fast allen instrumenten in unserem studio aus. wir vier haben also gejammt, manchmal zwei von uns einem raum und die anderen beiden in einem anderen. wenn wir das gefühl hatten, da gerade etwas cooles am wickel zu haben, haben wir einfach im computer auf „record“ gedrückt und alles in unterschiedlichen kanälen aufgenommen. danach etwas postproduction, cuts und editieren sowie noch ein paar extra fills oder ads dazu! die nächste imps-session ist für ende des jahres angesetzt und wir freuen uns schon sehr drauf. |
|
| | | |
| housefloor.de: |
im jahr 2007 habt ihr euer eigenes label namens minilogue gegründet. mit welcher philosophie betreibt ihr es?
|
|
|
minilogue: |
zur zeit ist das label ein konzept-label. wir werden zehn 10“ rausbringen. jede veröffentlichung ist einem der minilogue-tiere gewidmet und mit der platte bekommen die tiere so auch ihre namen. es ist uns sehr wichtig mit den großen labels, die unsere musik unterstützen, zusammenzuarbeiten. aber manchmal ist es gut, einen schnellen einfachen output zu haben. du machst ein paar stücke, schickst sie dem presswerk und dann bringst du sie raus. keine verträge, meinungsverschiedenheiten oder missverständnisse. wenn etwas falsch läuft, ist es dadurch wahrscheinlich unsere eigene schuld und wir brauchen uns nicht über jemand anderen zu ärgern. wenn der physikalische verkauf sinkt, versuchen viele labels natürlich ganz bestimmte musik zu finden, die sich gut verkauft. vorher konnte man oft noch einen alternativen aspekt seiner musik auf der b-seite zeigen. aber heute brauchen viele labels zwei „a“-seiten-stücke, damit sich die platte verkauft. das ist eben der nachteil der digitalen verkäufe. der kauf basiert auf dem track an sich. vorher konnte man den käufer zwingen, etwas zu kaufen, das undergroundiger ist und weniger offensichtlich. da war platz für musik, die ein wenig zeit braucht bis man darauf kommt und sie versteht. käufer digitaler musik geben dem track meistens dreißig sekunden und kaufen häufig nur, was sie genau suchen und an das sie gewöhnt sind. mit unserem minilogue-label müssen wir darüber nicht nachdenken. wir pressen eine begrenzte auflage der platte und es ist nicht schlimm, wenn sie sich nicht verkauft. wir haben uns auch entschieden, die digitalen versionen der releases frühestens sechs monate nach dem veröffentlichungsdatum der vinyl herauszubringen.
die nächste 10“ ist „doiicie“, erscheint am 25. mai. |
|
| | | |
| housefloor.de: |
viele künstler zieht es irgendwann in eine der metropolen wie berlin, london oder amsterdam. warum habt ihr euch entschieden, in malmö zu bleiben? |
|
|
minilogue: |
malmö ist eine wunderschöne stadt mit 250.000 einwohnern. alles ist in reichweite mit dem fahrrad: strand, parks, restaurants, bars, clubs, geschäfte… vierzig minuten mit dem zug und du bist im zentrum von kopenhagen und der zug kommt dreimal stündlich rund um die uhr. und das beste ist, alle 18 minuten fährt ein zug zum kopenhagener flughafen mit direktflügen in alle wichtigen städte der welt. das ist etwas, das du schätzen lernst, wenn du jedes wochenende auflegst. ich klinge ja wie ein werbe-fachmann. wir beide kommen vom land in südschweden und sind ein einfaches, ruhiges leben gewöhnt. die energie, der puls und der stress einer großstadt ist toll für ein paar wochen im jahr. aber dort zu leben würde mich ablenken und stressen.
|
|
|
|
|
|
| housefloor.de: |
euch ist auch der visuelle aspekt wichtig. die cover eurer releases zeigen oft fantasie-tiere und außerdem plant ihr eine dvd mit kunstvollen videos. warum ist es euch wichtig, musik und optik zu kombinieren?
|
|
|
minilogue: |
musik ist nur eine form der kreativität. wenn wir die zeit dazu hätten, würden wir gern noch mehr visuelles machen. aber wir konzentrieren uns auf die musik und indem wir dahingehend mit anderen künstlern zusammenarbeiten, können wir anderen formen der kunst nah kommen. für unsere dvd, die bald erscheint, haben wir größtenteils mit rob zorhab aus neuseeland zusammengearbeitet. er hat die dvd produziert auch die meisten filme/videos gemacht. kristoffer ström war auch sehr wichtig für minilogues visuelle seite. er hat unser sehr bekanntes video für „hitchhiker's choice“ gemacht und später auch das cover des „animals“ albums. im moment macht er ein neues musikvideo für uns, das auch auf der dvd sein wird.
|
|
| | | |
|
housefloor.de: |
der name minilogue setzt sich zusammen aus minimal und dialog, woraus sich schließen lässt, das musik eine form der kommunikation ist. was wollt ihr denn euren hörern mitteilen und was antworten sie? |
|
|
minilogue: |
ja, musik ist eine großartige art zu kommunizieren, sowohl beim schreiben bzw. komponieren als auch wenn man live spielt. und das schönste an musik ohne vocals ist, dass du etwas vermitteln kannst, das der hörer ganz frei interpretieren kann. du schickst deine gefühle und gedanken in form von geräuschen und rhythmen und der hörer bzw. tänzer schafft daraus seine eigenen gefühle und gedanken. du sagst jemandem nicht, wie er zu fühlen oder denken hat, sondern du gibst ihm hilfsmittel um etwas in ihm selbst zu finden. das ist kommunikation in nur eine richtung und der dialog kommt zustande, wenn du vor einem publikum live performst. wir haben unser live set so entwickelt, dass wir so viel wie möglich improvisieren können. dadurch beeinflusst die reaktion des publikums uns und die musik, die wir spielen. bei einem richtig guten auftritt bist du total versunken in deine eigene welt wenn du spielst, aber trotzdem fühlst du den dancefloor und die leute als ob du mit ihnen tanzen würdest.
|
|
| | | |
|
housefloor.de: |
ihr arbeitet seit mehr als zehn jahren zusammen. was ist so besonders an eurer zusammenarbeit, dass es inspirierend bleibt? |
|
|
minilogue: |
wir scheinen ein wohl perfektes team zu sein. ich denke, wir sind eine gute mischung aus zwei sehr unterschiedlichen persönlichkeiten mit vielen ähnlichen gedanken und perspektiven auf das leben und musik.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
.:: mehr von minilogue ::. |
|
|
|
|
|
cd-tipp imps - bring out the imps |
|
|
|
|
|
cd-tipp minilogue - animals |
|
|
|
|
|
vinyl review minilogue - space ep |
|
|
|
|
|
vinyl review minilogue - seconds rmxs |
|
|
|
|
|
vinyl review minilogue - leopard ep |
|
|
|
|
|
portrait minilogue |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| ![]() |
|