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.:: housefloor interview :: traum
 
 
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1998
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köln
100. vinyl
v.a. - 100 (traum v100) out 2. juni 2008 ›››
 
housefloor.de: wie war die geburtsstunde von traum, der tag oder moment, in dem ihr endgültig beschlossen habt, das label zu gründen?
traum:

das war 1998 in buenos aires, auf einer houseparty im 15. stock um sechs uhr morgens. wir haben mit den argentinischen künstlern, die auf der traum cd1 dann später veröffentlicht haben, zusammen gefeiert.

 
housefloor.de: welche motivation hattet ihr für die label-gründung?
traum: uns hat es interessiert mit musikern zusammen zu arbeiten, die eine ähnliche musik-sozialisation hatten wie man selbst.
wir haben verschiedenste musik gehört, riley vor allem new wave, jazz und rock musik und jacqueline mehr elektronische und ambiente musik. zusammen waren wir auf vielen konzerten. uns interessiert der experimentelle und improvisierte ansatz mehr als der pop ansatz.
damals haben wir beide viel aufgelegt und partys organisiert. auf unseren reisen haben wir dann irgendwann versucht ähnlichkeiten musikalischer art bei anderen leuten zu entdecken. man kann sagen: 'raus aus deutschland rein ins deutsche.' soll bedeuten, dass unsere erste cd "elektronische musik aus buenos aires" neben der verbindung zu argentinien auch viel mit der vermischung von beatnik attitüde, jazz-bar ambiente köln, techno und manchester musik zu tun hatte. nicht zuletzt lag die betonung auf elektronischer musik und nicht unbedingt
zwanghaft bei klassischer tanzmusik.
1998 war für uns dann mit der gründung von traum so etwas wie ein "inneres revival" der frühzeit von techno, wo für uns der aphex twin eine zentrale stellung eingenommen hat für musik abseits des dancefloors.
 
housefloor.de: welche idee steckt hinter traum? hat sich die philosophie im lauf der jahre verändert?
traum: die philosophie des labels traum hat sich über die letzten zehn jahre stark verändert. von einem label für musikliebhaber mit stücken von philippe cam, dinky, andreas fragel, fairmont, gustava lames... zu einem potenten dj label mit stücken von dominik eulberg, extrawelt, minilogue, moonbeam etc.
was gleich geblieben ist, ist der wille neues zu entdecken, auch newcomern eine chance zu geben und im team vielleicht den großen wurf zu schaffen.
anders als früher wird die musik noch besser produziert und nachproduziert und manchmal co-produziert damit man von den erfahrungen gegenseitig profitieren kann.
 
housefloor.de: welche 'prüfungen' muss ein stück durchstehen bis es bei euch auf platte
kommt? wie entscheidet sich das?
traum: die musik, die wir auf all unseren fünf labels veröffentlichen, sollte eigene wege gehen und sie sollte leuten gefallen und clubs rocken können. wenn alle drei dinge zusammenlaufen, dann fängt der traum schallplatten apparat an zu rollen.
 
housefloor.de: traum ist ja auch eine talent-schmiede, weil ihr oft neue, interessante musiker findet und sie konsequent fördert. wie entwickelt sich das?
traum: wir reden zuerst mit den jungen produzenten, um mal ein bild davon zu bekommen wie sie sind und ob wir gut zusammen arbeiten können.
dann wird die musik bearbeitet, etliche male bis alle zufrieden sind der künstler, riley, jacqueline, yvette, steve, axel, emanuel, dominik... ja alle, die wir hier im traum headquarter zugegen sind.
   
housefloor.de: ihr gestaltet die covers eurer releases selbst. wer macht das und worauf
legt ihr dabei wert? welche bedeutung hat in euren augen das cover für ein
release?
traum: wir sind alte schule, wir wollen eine bebilderung, weil wir das schmuck finden. wir wollen auch eine künstlerische formulierung der einzelnen labels, die selbstständige wege gehen kann.
die ersten sieben jahre hat jacqueline die ci der labels entwickelt und die cover gestaltet in zusammenarbeit mit yvette, die die animationen und videos kreiert hat. 2005 hat dann yvette die komplette grafik übernommen.
ein besonderes highlight ist die grafik des traum 100 covers: ein traum-baum, dessen wurzeln aus dem logo wachsen und dessen blätter mit den letzten 100 traum covern gefüllt sind.
   
housefloor.de: die fäden eurer arbeit – sowohl was musik als auch was das booking betrifft – laufen in eurem office im herzen von köln zusammen. wie kann man sich die tägliche büro-arbeit bei euch vorstellen?
traum: also das neue traum-office, in das wir im januar eingezogen sind, ist ein treffpunkt für künstler und ein besprechungs-, arbeits- und musikmach-raum. hier gehen die eulbergrs, andrea kramls, roland m. dills, bukaddors ein und aus.
oben ist das mastering studio und die grafik-, promo- und booking agentur und unten sind die labels.
   
 
interview: spacelounge
www.traumschallplatten.de
   
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