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| housefloor.de: |
in deiner discografie findet sich alles von ganz ruhigem ambient zu absolut destruktivem techno. wie definierst du deinen sound? |
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let’s go outside: |
ich versuche, meinen sound nicht zu definieren. einen einzigen stil zu entwickeln oder nur ein genre zu fokussieren, wird monoton. ich versuche immer etwas neues. während ich meine dance stücke immer sofort dem publikum vorstelle, machen sie eigentlich nur einen kleinen teil meiner produktionen aus. es gibt viele ambient-sachen, experimentelles, pannen und sogar akustische stücke mit einer großen vielfalt an stimmungen. aber die behalte ich meistens für mich. es ist schwer das alles zusammenzufassen. es ist eine menge struktierter, komischer sachen, die wirklich aus dem kern meiner selbst kommen.
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| housefloor.de: |
wie wirkt sich diese vielfalt von genres, die du magst, auf dein dj-set aus?
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let’s go outside: |
ich mag generell die vorstellung von genres nicht sehr. wenn ein track gut klingt, ist es egal wie man es nennt.
wenn ich auflege, ziele ich darauf ab, die leute intuitiv mit meinen lieblingsplatten zu bewegen und das so sanft wie möglich mit einem guten tempo zum tanzen oder wie auch immer die stimmung des events oder des projekts sein mag. im endergebnis könnten sich platten aus minimal, house, techno, dubstep, electro und welchem genre auch immer in einem einzigen set wiederfinden. nur für mich ist das dann einfach hochwertige elektronische musik zusammengefügt zu etwas noch größerem.
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| housefloor.de: |
woher bekommt du ideen für deine produktionen? was inspiriert dich?
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let’s go outside: |
meine musik ist wirklich einfach eine akustische verschmelzung von dem, was in meinem leben passiert. anblicke, geräusche, erfahrungen, gedanken, träume und so weiter stapeln sich dann in meinem kopf. wenn es zu viel wird, setze ich mich hin und mache musik daraus. das muss ich einfach tun um bei verstand zu bleiben.
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| housefloor.de: |
du arbeitest regelmäßig mit anderen künstlern zusammen wie etwa señor frio, edit-select, [sik] oder scott sunn sowie auch für die projekte drift signal und the claw! . wie wählst du die menschen aus, mit denen du zusammenarbeitest und wie können wir uns euch im studio vorstellen?
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let’s go outside: |
ich habe viele meiner engen freunde durch die musik kennengelernt und einige von ihnen sind zufällig sehr talentierte produzenten. experimentieren und freundschaft treiben die meisten dieser projekte an. oftmals geht’s nur um spaß, aber das ziel ist es schon, alles bei labels unterzubringen.
der prozess des produzierens selbst unterscheidet sich ziemlich und ist manchmal sogar der grund für das projekt an sich. ich versuche vorher schon eine liste von regeln und terminen aufzustellen, einfach um das ganze interessanter zu machen.
bei meiner zusammenarbeit mit drift signal und the unknown wanderer haben wir alle einfach riesige ordner mit sounds und loops angesammelt und dann tracks hauptsächlich aus den sounds der anderen produziert.
bei [sik] und scott sunn war es so, dass sie mir loops von ihren unvollständigen oder unarrangierten tracks gegeben haben und ich sie fertig gemacht habe. dabei habe ich ein paar meiner eigenen sounds dazu gepackt und arrangement gemacht. scott sun und ich beginnen gerade eine neue zusammenarbeit. sie wird sein talent an vielen akustischen instrumenten demonstrieren, während ich die elektronischen fäden ziehe. ich werde auch etwas gemeinsam mit zwei freunden aus bradford machen. dafür haben wir uns einen speziellen ablauf überlegt, so dass jeder von uns genau ein drittel der arbeit zu jedem track beisteuert.
the claw! ist ein interessantes projekt mit area, für das ich einige sounds bereitgestellt habe und er hat den song daraus gemacht. das fertige stück hat er mir dann zurückgegeben und ich habe ihn zerschnitten und einen neuen track daraus gemacht, und so weiter. jedes neue stück entsteht also aus dem vorangegangenen. |
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| housefloor.de: |
der projekt-name “let’s go outside“ bezieht sich auf deine vorliebe für outdoor aktivitäten. was machst du denn genau, wenn du draußen bist? nimmst du dir auch mal dein equipment mit um draußen musik zu machen? |
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let’s go outside: |
ich versuche so viel zeit wie möglich mit dem fallschirmspringen in seinen verschiedenen variationen zu verbringen. ich genieße aber auch einfach die ruhe und die einsamkeit der natur beim campen, wandern oder rad fahren.
es ist wirklich so, dass ich die geräusche, die ich draußen höre, ein bisschen in mich aufnehme. ich habe früher viel draußen aufgenommen. ich bin jahrelang mit einem mikrofon am handgelenk herumgelaufen und mit einem minidisc-recorder in meiner hosentasche und mehreren leeren minidiscs. ich habe meinen ganzen tag aufgezeichnet und die spannendesten stücke auf meinen computer kopiert. ich hab noch einiges zu durchzuarbeiten bei den vielen aufnahmen, die ich über jahre hinweg angesammelt habe.
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| housefloor.de: |
du wohnst in portland, oregon. bitte gib uns einen einblick, was ist charakteristisch an der elektronischen musikszene in portland und dem nordwesten der usa?
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let’s go outside: |
es hat sich einiges verändert in der zeit, die ich hier lebe. ich bin 2001 hergezogen und die ganzen folgenden jahre lang gab es eine gut laufende community von künstlern. fast jede nacht gab es mindestens eine oder mehrere partys, die eine wirklich fortschrittliche, fantastische musik präsentierten. und fast jeder der besucher war selbst in irgendeiner form künstler. deshalb ist eine partyreihe namens “laptop lounge” entstanden, die im ersten jahr um die fünfzig lokale live acts zeigte, die jedes mal beeindruckten. das war ein beweis für den talentpool, den wir hier haben.
in den vergangenen ein, zwei jahren hat sich die szene hier verändert. viele dieser tollen künstler scheinen verschwunden zu sein und die partys sind mit ihnen gegangen. stattdessen haben die hipster ihren platz eingenommen und bringen ihre generell emotionslose, ironische und nicht sehr fortschrittliche musik mit. es ist so schlimm geworden, dass ich selbst keine gigs in portland mehr spiele.
zum glück haben wir seattle gleich nördlich von hier. da gibt es viele erstklassige talente, sowohl lokale als auch djs von außerhalb auf partys mit guten soundsystemen und tollem publikum. das decibel festival, bei dem ich in diesem jahr spiele, ist sehr gut besucht und lockt mit einem ehrgeizigen internationalen lineup an audio und visual artists in mehreren locations mit einem großartigen sound. meiner meinung nach ist das der stolz der elektronischen szene des nordwestens der usa.
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housefloor.de: |
was können wir in naher zukunft von dir erwarten und was sind deine langfristigen ziele?
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let’s go outside: |
eigentlich wollte ich mich in diesem jahr auf kollaborationen und remixe konzentrieren und ich bin irgendwie steckengeblieben. ich hatte so viel remix-arbeit und mehr als ein halbes duzend projekte. ich hab wie verrückt gearbeitet um release-möglichkeiten für alle zu finden.
seit einiger zeit plane ich mein eigenes label slant records zu starten. es ist im grunde ein plattform für etwas abstraktere elektronische clubmusik, die ich selbst und meine freunde produziert haben. apropos decibel festival, zusammen mit necodo.com veröffentliche ich einen digitalen sampler mit einer kleinen vorschau. ich erwarte keine explosion der verkaufszahlen und es macht mich glücklich diese musik einfach öffentlich zugänglich zu machen.
mein erstes album „a picnic with the hunters“ war eine auswahl von stücken aus meinen produktionen. in den vergangenen monaten habe ich das nächste album erträumt. ich will es als zusammenhängendes werk von anfang bis ende produzieren. sobald ich meine projekte für dieses jahr unter dach und fach habe, werde ich mich für ein paar wochen einschließen und das album machen.
darüber hinaus würde ich gern eine pause vom musik machen nehmen und wieder mehr vors publikum treten und die duzende von neuen stücken in live sets spielen.
ich würde mich selbst gern auch stärker als dj etablieren. ich lege seit etwa 18 jahren auf und habe eine riesige und immerzu wachsende track-sammlung, die ich selten vor publikum spielen kann. ich bin kürzlich zurück auf plattenspieler umgestiegen und das hat meine leidenschaft fürs auflegen neu entfacht.
ich vermute, dass mir früher oder später ein umzug nach europa bevorsteht, denn dort muss ich einfach sein, wenn ich regelmäßig auflegen will. im moment bin ich aber zufrieden damit im schönen, waldreichen nordwesten der usa zu wohnen und mich darauf zu konzentrieren neue musik zu produzieren.
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