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.:: housefloor interview :: dapayk
 
name
dapayk | marek bois
wohnort berlin
labels
mo's ferry, fenou, rrygular
 
   
dapayk alias marek bois im
interview podcast
als mp3-download
6.25 minuten, 320 kbs, 14.7 mb
Dapayk Interview Podcast
   
housefloor.de: in wenigen tagen erscheint das zweite solo-album mit deinem projekt dapayk namens „devil’s house“. wie ist es entstanden?
dapayk:

es ist, könnte man sagen, das dritte album in 16 monaten. dabei ging es immer um ein anderes projekt, es gab immer einen anderen kontext und „devil’s house“ ist im grunde schon während der arbeit für das dapayk & padberg album entstanden.
ich wollte etwas ganz anderes machen als zum beispiel bei marek bois, was ein bisschen technoider und linearer ist, und auch etwas ganzes anderes machen als bei dapayk & padberg, was ein bisschen poppiger ist. es musste wieder etwas in die entgegengesetzte richtung sein, etwas düsteres, ich will nicht sagen cineastisches, aber so ein bisschen in eine soundtrack-richtung gehend und das war der grundgedanke für „devil’s house“.
ich wusste nicht, wie es klingen sollte und was da für tracks drauf kommen sollten. ich wusste nur, es sollte wie ein film-soundtrack für einen ganz gruseligen, düsteren film sein, der eigentlich gar nicht existieren musste.

 
housefloor.de: gerade erst vor einem halben jahr ist auch ein album unter deinem pseudonym marek bois erschienen. wie unterscheiden sich die projekte im einzelnen voneinander?
dapayk: marek bois steht für minimal techno und ist wesentlich technoider orientiert. da geht es hauptsächlich darum, tanzbare dj-tools zu machen.
und dapayk ist so das ding, bei dem ich mich austobe. ich kann da machen was ich will, muss mit keinem teilen oder irgendwie diskutieren was ich mache, was ja bei dapayk & padberg auch immer ein kompromiss ist. wir sind zwei leute und jeder hat so seine ideen und gedanken. und bei dapayk kann ich eben machen was ich will und da tobe ich mich eben aus, probiere auch mal andere styles, was ich bei marek bois nie machen würde, da bleibe ich dann eben bei minimal techno.
 
housefloor.de: wie sieht das dann konkret bei deiner arbeit im studio aus: entscheidet sich bevor du einen track produzierst unter welchem pseudonym er dann erscheint oder erst danach?
dapayk: das steht meistens vorher fest. es ist nicht so, dass ich kontinuierlich an einem ding arbeite. aber ich weiß dann frühs, wenn ich mich ransetze, ich will jetzt einen marek bois-track machen und dann suche ich eben automatisch nach anderen sounds und nach einer anderen struktur.
da fange ich dann meistens mit einer kick-drum an, wohingegen ich bei dapayk solo eigentlich erstmal nach einer harmonie suche oder mit einem sample arbeite oder irgendwas in der richtung mal ausprobiere, was mich dann irgendwo hin führt. das ist mehr so ein bisschen forschung, da spielt der zufall mit.
bei marek bois ist das vielmehr bedacht, ich brauch jetzt dieses element, ich brauche irgendeinen sound, der dies oder jenes macht. das ist mit mehr kalkül gemacht.
 
housefloor.de: neben deiner arbeit als dj und produzent betreibst du außerdem das label mo’s ferry productions mit den beiden sublabels fenou und rrygular. viele labels klagen ja derzeit über schlechte zeiten, die plattenverkäufe sinken und die digitalen vertriebswege etablieren sich gerade erst. wie reagiert ihr als label auf die aktuelle entwicklung?
dapayk: wir jammern! (lacht) nein, ist quatsch! also jammern kann man immer, es bringt bloß nix. auch bei uns ist das natürlich runtergegangen. die verkäufe sind eben in den letzten drei jahren - eigentlich seit dem entstehen von beatport - kontinuierlich runtergegangen.
man muss natürlich sagen, man hat durch beatport und andere plattformen wie whatpeopleplay und so weiter halt auch zusätzliche einnahmen, die aber noch nicht so ausgereift sind, um das weniger verkaufte vinyl zu kompensieren.
das ist eben einfach das problem: man verkauft eine mp3 und es wird zehn mal kopiert und das hast du bei einer vinyl einfach nicht.
was wir wirklich dagegen machen können, ist eigentlich auch noch nicht ganz klar. wir müssen einfach mehr auswählen, welche tracks wir releasen, eine höhere qualität bringen, weil es durch diese digitale release-flut einfach unglaublich viele leute gibt, die einen sound machen, der ok ist. wirklich dagegenwirken kann man nicht.
man kann versuchen, das raubkopieren irgendwie zu unterbinden, aber da ist man machtlos, denn das internet ist einfach so riesig, dass man da gar nicht hinterherkommt. dann müsste man ja jeden tag leute abmahnen und das ist eigentlich hoffnungslos. wir haben eigentlich gar nicht viele möglichkeiten.
meines erachtens müssen wir uns dieser situation erstmal beugen, abwarten wie sich das entwickelt und sehen was in drei, vier jahren dabei herausgekommen ist. dann kann man einschätzen, ob sich das mit den verkäufen dann soweit stabilisiert hat, dass man wieder sagen kann, wir haben ein label und verdienen mit unserer musik eben auch geld. klar, von uns wird keiner reicht, das sowieso nicht. aber du musst ja die kosten, die du zum beispiel für’s mastering eines tracks ausgegeben hast, irgendwie auch digital wieder reinkriegen. und wenn’s dann nicht mal so weit reicht, dann ist eine riesige kette von diversen firmen und stationen, die auf dem weg zu diesem produkt liegen, ziemlich in gefahr.
 
housefloor.de: du bist also dj, produzent und labelmacher. das klingt nach viel arbeit. wie kriegst du das unter einen hut?
dapayk: mittlerweile ist es so, dass ich die meiste zeit im studio sitze und mein partner jan schmeißt das büro. wir kennen uns seit der schulzeit. ich hab bei ihm schon die englisch-hausaufgaben abgeschrieben und er war immer der fürsorgliche, der alles geregelt hat. das ist jetzt immer noch so. er kümmert sich um alles und ich mache eben den ganzen kreativen klumpen, sprich die titel aussuchen, das artwork, die webseiten. und den ganzen bürokram und die ganzen abläufe, von denen ich mittlerweile auch gar keine ahnung mehr habe, das organisiert jan. dadurch lässt sich das ganz gut managen, denn wir haben eine arbeitsteilung, wo wir einfach nicht mehr klären müssen, wer sich um etwas kümmert. das läuft einfach ohne worte und das ist sehr gut so.
   
housefloor.de: derzeit bist du mit deinem neuen album auf tour. was gibt’s außerdem neues von dir in der nächsten zeit?
dapayk: das album ist jetzt erstmal das wichtigste. die cd kommt anfang oktober raus, dann gibt’s dazu drei singles. die erste ist schon veröffentlicht worden, die zweite kommt im november und dann kommt anfang nächsten jahres noch mal eine als auskopplung zu dem album.
dazu gibt es immer einen bonustrack, so dass man als vinyl-käufer noch etwas zusätzliches hat, weil man ja im grunde schon abgestraft ist, da es das meiste hauptsächlich digital gibt.
mit den labels sind wir gut aufgestellt: es gibt bei uns auf rrygular demnächst eine neue scheibe von from karaoke to stardom. eine weitere neue platte kommt von kadebostan, der bei uns immer auf fenou und außerdem auf freude am tanzen releast. also, wir sind dran und alles geht seinen gewohnten gang weiter!

   
 
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