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.:: housefloor interview :: disco boys
 
 
namen
raphael & gordon
wohnort
hamburg
neues release
disco boys vol. 9 ›››
housefloor.de: vor wenigen wochen ist eure neue compilation the disco boys vol. 9 ››› erschienen, erstmals bei dem label superstar. warum habt ihr euch entschlossen mit der samplerreihe neue wege zu gehen und wie hat die neue label-situation die compilation beeinflusst?
disco boys:

beim labelwechsel ging es weniger um die compilation als um unsere generelle weiterentwicklung. die compilation ist eine marke für sich, die sich durch einen labelwechsel auch kaum beeinflussen lässt.

 
housefloor.de: 2003 habt ihr schon mal das label gewechselt, damals ging es von eastwest records (warner) zu kontor. welchen einfluss hat das label nach euren erfahrungen auf die entwicklung eines künstlers? in wie weit waren die label-wechsel auch zäsuren in eurer karriere?
disco boys: es ist wichtig, dass ein label versteht, wer der künstler ist und welches potential er in seiner nische hat. dafür ist es voraussetzung, dass das label möglichst viel von dem "lebt", was der künstler lebt. durch die eher schubladen-arbeit von major companies liegt es auf der hand, dass man da eher verwaltet als in seinem segment gefördert wird. man muss sich also ein passendes label suchen, von dem man annimmt, es versteht einen. das ist nicht leicht. insbesondere dann, wenn man schon selbst ziemlich selbstständig arbeitet und auf vielen feldern des gesamtkunstwerks wie marketing, image, internet, design, produktion aktiv ist.
 
housefloor.de: ein zentrales element in euren sets sind frische remixe von 80er-jahre-hits. was macht in euren augen die 80s aus? was ist besonders an diesem jahrzehnt im vergleich zu den 70ern oder den 90ern?
disco boys: dadurch, dass der computer damals noch hilfsmittel und nicht wie heute gleichzeitig ideengeber war, liegt es zwangsläufig auf der hand, dass die eigene kreativität in hinsicht komposition und produktion wesentlich ausschlaggebender war. das merkt man deutlich an den produktionen des 80er jahrzehnts, zumindest im bereich elektronische musik und dance. das jahrzehnt liefert ungleich mehr vorlagen als zum beispiel die 90er jahre, die sehr eintönig waren, da der computer alles vorgab und man auf der stumpfen techno-und trance-welle ritt und sich einbildete musikgeschichte zu schreiben und die eltern-generation zu provozieren ohne zu merken, wie einfallslos das eigentlich war.
 
housefloor.de: in den vergangenen jahren habt ihr neben euren dj-sets auch mit eigenen produktionen wie etwa dem dauerbrenner „for you“ auf euch aufmerksam gemacht. wie ist bei euch die aufgabenverteilung im studio?
disco boys: ganz verschieden. wir haben unterschiedliche ideen, die wir mit unterschiedlichen produzenten in unterschiedlichen studios umsetzen. es gibts also keine regel dafür.
 
housefloor.de: auch als remixer konntet ihr ein paar hochkarätige aufträge einfahren, etwa für bootsy collins, marquess und die bee gees. was geht euch in solchen momenten durch den kopf, wenn zum beispiel von musik-legenden wie den bee gees eine anfrage reinkommt? oder sind es ganz andere momente, die euch lange in erinnerung bleiben?
disco boys: es bleiben eigentlich andere momente in erinnerung. eher die, die man auf reisen oder in den clubs erlebt. das ist auch eher unsere welt. das liegt vielleicht daran, dass wir andere stücke ja "nur" remixen. um originale zu schreiben, wie es die bee gees oder andere hochkarätige produzenten und komponisten tun, braucht man ganz andere talente, vor denen wir großen respekt haben.
   
housefloor.de: ihr habt riesige sammlungen von jeweils mehr als 10.000 schallplatten. sie stammen größtenteils von den anfängen eurer dj-karriere mitte der 90er jahre, als ihr gerne mal nach new york gejettet seid um euch mit original disco vinyls einzudecken. was bedeutet vinyl für euch und denkt ihr, dass es die digitale revolution überleben wird?
disco boys: die anfänge unserer dj-karrieren waren mitte/ende der 80er jahre, nicht in den 90er jahren. mitte der 90er jahre haben wir das projekt "the disco boys" ins leben gerufen. da lag der teil 1, unsere jeweiligen solo-anfänge schon hinter uns, und auch die sammlung vieler original-maxis der 80er.
es ist der lauf der dinge, dass das digitale djing vinyls ablösen wird. wir glauben aber, dass es auch wichtig ist, den leuten im club ein konzept mit einem gesicht zu präsentieren, mit dem sie sich identifizieren können. einfaches rumschrauben am rechner wird im club nicht überlebensfähg sein, da es der gast weder versteht, noch dafür viel geld ausgeben möchte. man sieht niemanden arbeiten, und wenn der dj nicht mal einen namen hat, den man kennt, sehe ich dafür keine große zukunft. jedenfalls wird man davon kaum leben können.

   
   
 
interview: spacelounge
   
 
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cd-tipp the disco boys vol. 9

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