SITE BACK
Housefloor Interview :: John O'Callaghan
 
Name
John O'Callaghan
Wohnort
Dublin
Label
Subculture, Armada
housefloor.de:

In Zusammenarbeit mit Armada Music hast du gerade das neue Label Subculture gegründet. Warum hast du dich entschieden, das gerade jetzt zu tun, und welche Philosophie steckt dahinter?

John O'Callaghan:

Wie wir alle wissen, ist die Trance- oder Dance-Szene heutzutage überflutet von unzähligen Labels. Es ist fast unmöglich auszusuchen, was gut ist. Für mich war es wichtig, auf das richtige Label als Partner zu warten und Armada macht gerade wirklich einen guten Job. Unsere gute Zusammenarbeit führte dann zu der Idee meine Marke Subculture zu einem Label auszubauen. Es ist mein eigener Trancesound, den ich in Zukunft auf dem Label präsentieren werde. Ich habe die Absicht talentierte Künstler zu signen, die die Leute vielleicht noch nicht kennen, aber die eine Chance verdient haben. Ich kenne viele neue Produzenten persönlich, von daher ist das ein tolles Mittel für mich, um neue Talente zu fördern.

 
housefloor.de: Dein aktuelles Album “Never Fade Away” erschien im Sommer 2009. Die Tracks darauf zeigen, dass du gern auch mal ein Experiment wagst. Kannst du bitte beschreiben, wie du neue Einflüsse in deine Trance- und Techtrance-Musik einfließen lässt?
John O'Callaghan: Meine Einflüsse für meinen Techtrance-Stil sind Produzenten wie Marco V, Mauro Picotto, Chris Liebling und viele andere. Ich denke, der Techtrance, der noch vor ein paar Jahren produziert wurde, ist der beste. Dennoch ist dieser Style verloren gegangen und es sind meiner Meinung nach zu viele Elemente aus Electro und Minimal eingedrungen. Was Trance betrifft, finde ich das schwierig zu sagen. Es gibt so viele Leute auch außerhalb von Tanzmusik, die mich beeinflussen. Was Dance Music betrifft ist, denke ich, Giuseppe Ottaviani einer der talentiertesten Produzent derzeit.
 
housefloor.de: Gesang spielt eine wichtige Rolle in deinen Tracks. Wer schreibt die Vocals für deine Tracks: bist du das oder kommen die Sänger mit ihren Ideen zu dir?
John O'Callaghan: Das ist unterschiedlich. Einige Sänger sind sehr talentiert und haben sofort Ideen. In diesem Fall geht man einfach mit dem Flow, denn es ist wichtig, die Künstler mit ihrer Art zu respektieren und die Musik von selbst entstehen zu lassen. Audrey Gallagher ist eine sehr talentierte Autorin und hat immer tolle Lyrics, die sie immer selbst macht. Mein Track „Never Fade Away“ wurde von meinem Verlobten geschrieben und dann von Lo-Fi Sugar gesungen. Da ist das also ein Mix.
housefloor.de: Wenn du Musik produzierst, wie fängst du einen neuen Track an?
John O'Callaghan: Da ist ein leerer Bildschirm, eine Idee, auf ein paar Tasten rumdrücken. Ich spiele mit Percussions, Filtern, verrückten LFOs. Ehrlich, es beginnt mit einem völlig leeren Bildschirm und danach – keine Ahnung. Wenn ich ins Stocken komme, höre ich mir ein paar meiner Lieblingsalben von vor vielen Jahren an, lehne mich zurück und warte auf Inspiration. Wenn ich eine Blockade habe, schalte ich das Studio aus und mache am nächsten Tag weiter.
 
housefloor.de: Du hast jetzt mit den Vorbereitungen für dein neues Album angefangen, das für 2011 geplant ist. Dafür willst du mit neuen Sängern arbeiten und rufst deshalb interessierte Sänger auf, dir ihre Demos zu schicken. Was genau suchst du bei einem Sänger oder einer Stimme, damit sie zu deiner Musik passen?
John O'Callaghan: Es ist wie bei den Fernsehshows wie zum Beispiel “The X Factor”. Wenn du es weißt, weißt du es. Ich kann schon nach 20 bis 30 Sekunden Hören ganz gut sagen, ob ein Song gut ist oder nicht. Deshalb habe ich den Aufruf an die Sänger gestartet. Wir brauchen heute ein paar neue Namen und neue Talente in der Szene. Ich bin mir sicher, da draußen gibt es ein paar großartige Stimmen, also lasst sie uns hören!
housefloor.de: Seit 2007 hast du die Radio-Show Subculture bei dem Onlineradio Digitally Imported. Warum ist dir die Radiosendung wichtig?
John O'Callaghan: Jeder DJ muss seinen Sound verteilen. Ich will die besten Tracks jedes Monats in einem Mix zeigen, der meinen eigenen Stil repräsentiert und das, was man bei meinen Gigs erwarten kann. Die Mixe zeigen, wer ich als DJ bin. Das erlaubt den Fans selbst mitzumachen, indem sie mir Emails schreiben oder Kommentare zur Show. Es gibt viele Subculture-Hörer da draußen und ich muss ihnen allen danken für ihre Emails jeden Monat.
   
housefloor.de: Bitte beschreibe einen typischen Tag in deinem Leben!
John O'Callaghan:

Aufwachen, Frühstück – ein bisschen Zeit mit der Familie verbringen. Emailen am Computer für etwa eine Stunde, Interviews – der organisatorische Kram für Gigs (Flüge und so). Dann ins Studio bis etwa 17 Uhr, Abendbrot, und dann noch mehr Zeit mit der Familie. Wenn ich auflege, könnte das auch heißen, dass ich um 6 Uhr morgens aufstehe, dann zum Flughafen, zwölf Stunden fliegen bis nach Hong Kong, dann ein Anschlussflug, zum Hotel fahren, eine Stunde lang ausruhen, duschen und dann zum Gig, zwei Stunden auflegen, zwei Stunden schlafen und weiterfliegen wo anders hin und noch mal das Ganze. Das ist auch lustig!

housefloor.de: Was sind deine Pläne für 2010?
John O'Callaghan:

Ich arbeite an meinem neuen Album von jetzt an bis zum Ende des Jahres. Ehrlich gesagt, ich weiß noch nicht einmal, welchen Stil ich mache bis ich aus dem Studio gehe. Jeder Tag ist anders. Bald erscheint ein toller Track von mir mit Thomas Bronzwaer. Und für meine Albumtracks sind gerade ein paar aufregende Demos auf dem Weg. Ich will nicht zu viele Details verraten, aber ich bin mir bei einigen Tunes schon sehr sicher. Es kommt ein toller Sommer auf Ibiza auf mich zu als Cream-Resident. Ich spiele auch auf einigen weltweit bekannten Festival und auf einigen Festivals in Holland. Dann steht nach dem Sommer die Australien-Tour an. Ich bin extrem beschäftigt, aber ich liebe es!

 
Interview: Sarah Hempe
Bookmark and Share  
Subscribe  
| Share
   
mehr von John O'Callaghan
 
CD-Tipp John O'Callaghan - Never Fade Away
 
John O'Callaghan bei MySpace