interview: dj jauche
dj-name:
dj jauche
name:
oliver
geburtstag:
14. Juli 1969
wohnort:
berlin
du legst auf seit:
1989
öffentlich seit:
1989
alter egos:
jack flash, sundance kid, fresh jeff, machomovers, robin masters orchestra
stylez:
house
housefloor.de: wie bist du zur elektronischen musik gekommen?
dj jauche: habe in den 80ern hiphop gehört und breakdance gemacht. Irgendwie entwickelte sich das dann in richtung hiphouse, acidhouse und später dann techno.
   
housefloor.de: was fasziniert dich daran?
dj jauche: die ürsprüngliche freiheit, die es damals beim techno gab. alles war möglich und irgendwie neu. heutzutage ist alles viel zu sehr aufgesplittet und einseitig.
   
housefloor.de: wer hat dich in deiner musikalischen entwicklung am meisten beeinflusst?
dj jauche: monika dietl, barry graves, grand master flash, heaven 17, herbie hangok.
   
housefloor.de: du hast ja schon bei vielen projekten und produktionen mitgewirkt. mit wem hat dir die zusammenarbeit am meisten spaß gemacht?
dj jauche: hm, dies ist schwer zu sagen, da es mit jedem irgendwie anders ist. im studio arbeite ich am liebsten mit meinem freund amp aus cleveland und björn zusammen.
   
housefloor.de: wo warst oder bist du am liebsten resident?
dj jauche: eindeutig damals im walfisch.
   
housefloor.de: wie kam es zur zusammenarbeit zwischen dir und björn brando?
dj jauche: wir kennen uns schon seit ewigkeiten und haben früher zusammen partys gemacht, so 1992 bis 1994. björn ging dann einen anderen weg. ich reiste viel rum und so seit 1999 machen wir halt wieder sachen zusammen. wir fingen alsbald an, bei mir im studio zu produzieren...
   
housefloor.de: hat sich in deinem leben seit deinem kommerziellen erfolg mit "love is
in the air" etwas verändert ?
dj jauche: hm, ich habe nichts bemerken können. zum glück blieb ich von bookings in diversen diskotheken verschont, eine sache, die ich von vorneherein abgelehnt habe. ich komme aus den clubs und da will ich auch bleiben.
   
housefloor.de: dein tollster gig/ tollstes auflegeerlebnis und warum?
dj jauche: oje, da gibt es einige. besonders toll war es in griechenland. da war ich mit zwei percussionspielern aus kenia unterwegs und wir haben nur bei diversen partys an stränden gespielt.
witzig war es auch interressanterweise auf der expo in hannover. im letzten jahr war eins der schönsten erlebnisse das fusion festival an der müritz. ich spielte dort mit dreien meiner musiker und es war eine wirklich geile party.
dann gab es da noch zur loveparade 2001 eine veranstaltung oben auf dem reichstag, wo ich mit den turntablerockers spielte. war zwar etwas vip-mäßig aber trotzdem sehr schön.
   
housefloor.de: gibt es in musikalischer hinsicht jemanden, den du bewunderst?
dj jauche: naja, es gibt labels wie paper recordings oder naked music, welche ich sehr bewundere für ihre konstante arbeit. spezielle produzenten, die ich sehr mag, wären zum beispiel vinzenco oder timewriter.
   
housefloor.de: welche tendenzen siehst du in der szene? welche richtungen und stile
werden sich deiner meinung nach etablieren und welche nicht?
dj jauche: *lach* welche szene? ich sehe mich nicht als mitglied einer szene, diesen ausdruck finde ich eh absolut überholt. ich sehe mich eher in einer gemeinschaft, deren mitglieder ähnliche interessen verfolgen, visionen haben und nicht engstirnig mit scheuklappen rumrennen. wenn man von einer szene sprechen mag, so sehe ich sie immer kleiner werden. die zahl der mitläufer stieg ja bis jetzt immer mehr an und wird bald wohl auch wieder abfallen. es wird in den nächsten jahren einfach eine natürliche selektion stattfinden.
musikalisch gesehen kann es sein, dass es mehr einflüsse aus dem dancehall oder hiphop-bereich geben wird (ich hoffe, dass dieser 80er jahre scheiß bald wieder weg ist). techno wird bleiben wie er war und ist. ich sehe da seit jahren keine bewegung mehr. techno ist etabliert und ein fester bestandteil geworden. genau genommen ist techno schon eine alte, überholte geschichte, die aber immer weiterlaufen wird.
   
housefloor.de: wenn du rückwärts in der zeit reisen könntest, in welche epoche bzw. in welches jahrhundert würdest du reisen und warum?
dj jauche: ich lebe heute und habe wirklich nicht das bedürfnis in die vergangenheit zu reisen.
ich denke, dass das leben damals - wann auch immer - nicht unbedingt leichter oder schöner war. vorstellen könnte ich mir robinson auf seiner insel eine zeitlang abzulösen.
   
housefloor.de: in welchem zusammenhang steht die techno/house szene nach deiner einschätzung mit drogen?
dj jauche: in einem weder größeren noch kleineren zusammenhang als irgenwelche anderen musikszenen! da ich außer rauchen und trinken keine drogen benutze, ist mir dies auch verdammt egal. ich bemerke nur wie drogen allgemein häufiger gebraucht werden, doch dies hat nur mit dem spiegel unserer gesellschaft zu tun und nichts mit techno!
   
housefloor.de: wo siehst du dich in zehn jahren?
dj jauche: haus in spanien, 5 kinder, 3 frauen, studio, ......*lach* nein ehrlich, ich weiß es nicht und daran denke ich auch nicht.
   
housefloor.de: wie sieht für dich ein gelungener freitag abend aus?
dj jauche: wenn ich auflege, eine gute party wo alle spaß hatten, sich kennengelernt haben und mit einem guten gefühl nach hause oder sonstwohin gehen können. wenn ich ausgehe eigentlich das gleiche, und wenn ich nichts mache, dann vielleicht mit freundin (wenn ich eine habe) oder mit playstation einen gemütlichen abend am meer verbringen (naja mit der playstation vielleicht lieber vorm monitor).
   
housefloor.de: was können wir in naher zukunft von dir erwarten?
dj jauche: ich hoffe, gegen ende des jahres mein album. noch ein neues jack flash sommerliedchen, ich denke so im august gibt es eine neue robin masters orchestra und im september eine neue machomovers...
   
   
   
booking :: spacelounge presents dj jauche aka jack flash
 
cd-tipp :: jack flash "extreme couching vol. 4"
 
cd-tipp :: machomovers "sexy"
 
best vinyl :: machomovers "house the music"