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housefloor.de: |
wie
hast du angefangen dich für elektronische musik zu begeistern? |
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john
acquaviva: |
während
meine freunde led zeppelin und black sabbath hörten, hörte
ich disco und soul und so kam das halt. ich hab höchstens
gelernt led zeppelin zu mögen und über ozzy zu lachen.
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housefloor.de: |
was
fasziniert dich an dieser musik? |
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john
acquaviva: |
ein
guter titel berührt mich einfach und verbindet sich tief mit
mir. das kann sowohl ein weicher, langsamer track oder groove
sein, als auch ein rockiger song mit tribal-elementen und einer
menge krach und schlagzeug oder jeglicher art von energie. das
ist was ich in meinen sets rüberbringen will. es gibt vibes
für jede stimmung. |
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housefloor.de: |
im
mai dieses jahres ist der vierte teil deiner from saturday to
sunday mix-cd erschienen. welches konzept steht hinter der compilation-reihe? |
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john
acquaviva: |
das
konzept, ist es zu zeigen, dass die meisten großen clubs einen
richtig pumping sound mögen. die energie ist intensiver und
das ist meist an den wochenenden, freitag oder samstag nacht.
aber es gibt auch kleinere clubs, wie die, in denen ich sonntags
oder donnerstags spiele. dort kann ich einen deeperen oder dunkleren
sound spielen. die compilation ist für echte music junkies,
die mehr wollen, so wie ich. |
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housefloor.de: |
du
und richie hawtin, ihr wart ein paar der ersten djs, die final
scratch in ihre sets integriert haben. wie weit haben die clubs
und studios diese revolutionäre technik, die dem dj erlaubt
digitale audio formate wie platten zu mixen, angenommen? |
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john
acquaviva: |
ich
glaube, es hat schon mächtig eindruck gemacht. für mich geht
es dabei um die freiheit und die flexibilität, die es mir als
dj gibt. davon abgesehen denke ich, dass final scratch ein wegweisender
schritt in richtung zukunft ist. aber ehrlich gesagt weiß ich
nicht, in wie weit es bis jetzt nach einem jahr in die szene
integriert wurde. |
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housefloor.de: |
im
jahr 2001 ist deine mix compilation "mainhatten sound" erschienen.
darauf sind mehrere deutsche produktionen wie zum beispiel von
ian pooley, thomas p. heckmann, rob acid und funkknarz. da du
eine ganze cd der deutschen szene gewidmet hast, vermute ich,
dass du irgendwas besonderes an ihr findest. was ist das? |
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john
acquaviva: |
es
war ein projekt, das in den staaten gemacht wurde vom label
shadow. es ging darum, artists und ihr lieblingslabel in nordamerika
vorzustellen.
ich hatte immer das gefühl, dass nordamerika meistens nach england
guckt, wenn es um musik geht. also habe ich mit force inc ein
deutsches label ausgesucht.
natürlich gibt es einen haufen gute labels, aber einige meiner
ganz frühen wurzeln liegen in frankfurt. ian pooley, thomas
heckmann und achim von force inc waren einige der ersten label-menschen,
die ich in deutschland getroffen habe. also habe ich sie gewählt,
aber das war eine schwierige entscheidung. ich finde, es gibt
so viel gute musik in deutschland. |
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housefloor.de: |
wenn
du produzierst, arbeitest du meistens mit jemandem zusammen
und machst kaum 12' scheiben komplett allein. warum? |
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john
acquaviva: |
ich
wollte immer ein klassischer producer sein: leute treffen,
die eine idee haben, sie anhören und dann helfen sie zu formen.
ich habe nicht wirklich ein großes verlangen danach meinen
namen an erster stelle ganz groß auf dem cover zu sehen. meiner
meinung nach, gibt es genug rockstars da draußen.
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housefloor.de: |
mit
mehr als 60.000 scheiben hast du eine der größten plattensammlungen
der welt. wie behälst du da den überblick? hast du sie alle
schon einmal gespielt? |
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john
acquaviva: |
ich
habe alle mindestens einmal gespielt. das sind die, die ich
als promos zugeschickt bekomme und die ich nicht mag. ich schmeiße
aber niemals etwas weg. ich habe zwei häuser voll mit platten
und etwa 80 prozent davon sind sortiert. ich habe aufgehört
zu sammeln, weil ich völlig die kontrolle verlor. jetzt kaufe
und bekomme ich nur noch 12's. |
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housefloor.de: |
du
hast nicht nur platten aus verschiedenen musikrichtungen, sondern
auch aus vielen ländern. machst du richtige platten-shopping-touren
in den orten, in die du kommst, oder bestellst du platten lieber
über das internet aus der ganzen welt? |
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john
acquaviva: |
ich
versuche mich zurückzuhalten, denn wenn ich eine band entdecke,
will ich einfach alles kaufen, das sie je gemacht haben.
ich mag immer noch ethnische und regionale musik sehr, also
wenn ich shoppen gehe, kann es passieren, dass ich eine ganze
abteilung leer kaufe. ich war schon öfter in shops und habe
dort die gesamte afrikanische und percussion-abteilung gekauft.
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housefloor.de: |
du
hast zwei söhne, die acht und fünf jahre alt sind. wie sehr
beeinflusst du ihren musikalischen geschmack? |
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john
acquaviva: |
ich
habe ein paar mix cds mit ihnen gemacht, wobei mein ältester
die musik auf vinyl oder cd starten und stoppen kann. die cds
hören sie dann im auto. sie mögen brasilianische musik und soul.
oder zum beispiel wenn ich everyday people oder sly and the
family stone und ihren titel "dance to the music" anmache. sie
lieben beides, weil "dance to the music" einfach jeden ergreift,
der es hört, und ihn zum tanzen bringt. und sie mögen everyday
people, weil eine der textpassagen "scoobie doobie doo bie"
lautet und sie lieben die scooby do cartoons. |
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housefloor.de: |
was
war der beste gig, den du je gemacht hast.
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john
acquaviva: |
ich
habe schon so viele - zu viele - gigs gemacht, aber ich sehne
mich immer noch nach mehr, sonst würde ich mich zur ruhe setzen.
ich habe wirklich an tausenden nächten aufgelegt also kannst
du dir vorstellen, es wäre als wenn man ein elternteil nach
seinem lieblingskind fragen würde oder als wenn ich meine lieblingsstadt
nennen sollte. wenn es da nur eine gäbe, würde ich nicht tun,
was ich tue. |
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housefloor.de: |
wer
hat dich in deiner musikalischen entwicklung am meisten beeinflusst? |
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john
acquaviva: |
der
ein paar jahre ältere dj peers, der in den clubs gespielt hat,
in denen ich in den 70ern rumhing. das sind wirklich unbeachtete
helden. die leute reden von larry levan oder frankie knuckles,
aber es gab so viele andere großartige djs in anderen städten.
viele von ihnen haben das zeitliche gesegnet oder sie mussten
das business verlassen, weil sie damit kein geld machen konnten
so wie heutzutage. |
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housefloor.de: |
wenn
du rückwärts in der zeit reisen könntest, in welche epoche beziehungsweise
in welches jahrhundert würdest du reisen und warum? |
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john
acquaviva: |
ich
sehe niemals zurück, also würde ich wahrscheinlich nirgends
hingehen. aber wenn, dann vielleicht ins antike griechenland
oder rom. das erscheint mir alles so einfach und romantisch.
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housefloor.de: |
welche
beziehung siehst du zwischen der techno szene, der house szene
und drogen? |
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john
acquaviva: |
für
viele leute gehört das zusammen, zumindestens die musik sollte
zusammengehören. ich spiele beides, house und techno.
aber die szenen sind so groß, dass jeder sich spezialisieren
will und ich denke das ist das schlimmste.
wenn es um drogen geht, gibt es leute, die können nicht ohne
leben, und andere, die können sie nicht ausstehen.
ob so oder so, die menschen mögen es irgendwohin zu fliehen,
sei es in die musik, in sex, in den alkohol oder in drogen.
zur zeit liegen meine prioritäten bei musik und alkohol der
weichen art, also wein und sekt. kein whiskey und wodka mehr,
sonst wäre ich schon tot. |
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housefloor.de: |
welche
musikalischen tendenzen siehst du in der szene, was kommt? |
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john
acquaviva: |
es
gibt nie eine klare richtung, sondern eher entwicklungen, die
stück für stück verlaufen. die jungen leute von
heute stehen auf punk und ich mag das. sie scheißen auf einige
der älteren, etablierten und langweiligen artists, aber da ist
immer noch ein tanzbarer beat drin. ich habe spaß daran, weil
wir immer platz machen müssen für neue leute und stile. |
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housefloor.de: |
welche
pläne hast du für die kommenden monate? |
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john
acquaviva: |
alles
aktuelle ist auf meiner website www.jacq.com
zu finden. desweiteren werde ich wohl noch einige luftmeilen
zurücklegen... |
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alle interviews auf housefloor |
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www.jacq.com |
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