interview: "zombie nation"
housefloor.de: seit 1. september 2003 ist das zweite zombie nation-album namens "absorber" erhältlich. nach der trennung von gigolo records ist es auf eurem eigenen label dekathlon erschienen. wie hat sich eure arbeit dadurch verändert?
zombie nation
(splank! und sein imaginärer zombie-häuptling gnork zomb):

nun, schon wenn man an einen song rangeht weiß man, dass man die letzte instanz ist, die zu beurteilen hat, ob der song nun was taugt oder nicht. das hat sich eigentlich vom gefühl her gut ausgewirkt.

   
housefloor.de: seit wann gibt es dekathlon records und welche philosophie verfolgt ihr mit eurem label?
zombie nation: dekathlon gibt es jetzt seit anfang 2002, also seit gut eineinhalb jahren. wir wollen ganz einfach interessante musik veröffentlichen, zeug das man noch nicht hundert mal gehört hat. damit ist jetzt nicht experimentalmusik gemeint, tanzbar sollte es schon sein. und eine gewissen sportlichen groove sollte die musik haben.
   
housefloor.de: auf "absorber" sind viele text-passagen zu hören. was wollt ihr euren hörern mit den lyrics vermitteln?
zombie nation: die stimme ist mehr ein weiteres instrument, der inhalt der texte lässt meistens einiges an interpretations-spielraum. wenn man die platte rückwärts abspielt sieht das schon anders aus.
   
housefloor.de: das neue album ist voll von abgefahrenen geräuschen. erhaltet ihr auch im alltag ideen für diese sounds oder entsteht das meiste im studio?
zombie nation: das meiste entsteht schon im studio. manchmal kommen einem die ideen auch bei den seltsamsten gelegenheiten. geräusche sind ja überall, man muss nur die ohren offen halten.
   
housefloor.de: wird es auch es eine tour zum neuen album geben?
zombie nation: ich bin schon mittendrin. bis ende dezember bin ich eigentlich jeden freitag und samstag unterwegs, und manchmal noch unter der woche. auf www.zombienation.com/tourdates.htm ist das immer aktuell einzusehen.
   
housefloor.de: bis vor einigen jahren, besonders als "kernkraft 400" die clubs in ganz europa eroberte, seid ihr mit einer richtigen zombie-show mit masken und viel blut aufgetreten. warum macht ihr das jetzt nicht mehr?
zombie nation:

das stimmt so nicht. also masken und so zeug sind immer dabei. vielleicht ziehe ich die während der show nur schneller wieder aus als früher. es kommt immer auf die situation und stimmung an. manchmal habe ich keine lust mich hinter der maske zu verstecken.

   
housefloor.de: ihr seid auch als remixer sehr erfolgreich und habt unter anderem titel von takkyo ishino und my robot friend sowie frankie bones' klassiker "my house is your house" abgemischt. wie sucht ihr die titel aus, die ihr remixt?
zombie nation: in den meisten fällen läuft das so, dass jemand anfrägt ob man einen remix machen will. wenn einem der track zusagt macht man es dann. in letzter zeit fehlt mir allerdings die zeit und ich habe vieles ablehnen müssen. außerdem macht mir das remixen nicht mehr so viel spaß.
   
housefloor.de: zombie nation steht für viele für einen ganz besonderen sound, der sich schwer einem stil zuordnen lässt. wie würdet ihr selbst den typischen zombie nation-sound beschreiben?
zombie nation: mit der definition "sound der sich schwer einem stil zuordnen lässt" bin ich eigentlich ganz zufrieden. wenn versucht wird einen song oder ein album krampfhaft in eine schublade zu pressen, trifft das meistens den nagel nicht auf den kopf. dann schon lieber was allgemeineres wie: elektronische musik, die versucht sich selbst neu zu erfinden, dabei aber immer bleibt und sich nicht in ein genre einpassen will. oder banaler: techno mit elektroeinflüssen.
   
housefloor.de: welche musikalischen tendenzen seht ihr in der szene?
zombie nation: allgemein splittet sich die elektronische tanzmusik seit jahren in immer mehr stile auf. was ich gut finde. die größten abteilungen sind dabei im moment: techno hart (auch schranz genannt), elektro mit songstruktur (auch elektropop genannt), und techno klassisch (in zeiten der verwirrung eine konstante), und house gibt's auch noch.
mein tipp für die nahe zukunft: ghetto-tech.
   
housefloor.de: in welchem zusammenhang steht die techno/house szene nach eurer einschätzung mit drogen?
zombie nation: das kommt ganz auf den club an. man kann das nicht verallgemeinern. mancherorts geht's nur um drogen, woanders ist das kein thema. solange der club nicht nur der ort ist, wo man hingeht um sich drogen zu schmeißen ist das meiner meinung nach ok.
   
housefloor.de: woher stammt der name "zombie nation"?
zombie nation: jetzt frag nicht so blöd, sonst ess ich dich auf.
   
housefloor.de: wenn ihr rückwärts in der zeit reisen könntet, in welche epoche oder in welches jahrhundert würdet ihr reisen und warum?
zombie nation: zurück in die zeit in der man zombies von nicht-zombies noch klar unterscheiden konnte.
   
 
interview: alexandra/norman
   
   
www.zombienation.com
www.dekathlon-records.com