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winter music conference 2007 – gemischte gefühle…
kommentar von ralf gum
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label: |
gogo music |
style: |
soulful house music |
neuestes release: |
ralf gum "easy"
vocals by
inaya day |
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| alle jahre wieder zieht im märz der gesamte (?) house-music-tross nach miami um sich dort eine woche selbst zu feiern. djs, labelmanager und fans können in dieser zeit dem europäischen winter entfliehen und bei sonnenschein, caipirinihas und wodka cranberry auf unzähligen parties den sommer genießen. |
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vor allem bei denjenigen, die noch nicht die möglichkeit hatten nach miami zu kommen und nur die line-ups aus dem internet oder vom hören- sagen kennen, ist die „conference“ inzwischen zu einem sagen-umwobenen kultevent geworden. tatsächlich kann man hier innerhalb einer woche fast alle top-djs dieses planeten hören und im unterschied zu vielen anderen events auch kennen lernen – man läuft sich ständig über den weg und alle scheinen durch die sonne fröhlich gestimmt zu sein…
ist man allerdings wie im meinem fall nun seit jahren regelmäßig anwesend muss man leider feststellen, dass sich zunehmend eine müdigkeit unter den machern einstellt. auch wenn die wmc nach wie vor die möglichkeit im jahr ist, gleichgesinnte und aktivisten der szene wieder zutreffen und neue kontakte zu knüpfen, war dieses jahr eine unangenehme kommerzialisierung festzustellen.
die eintrittspreise zu den parties, die bisher immer äußerst fair waren (will sich doch jedes label und jeder dj dort präsentieren) sind dieses jahr teilweise in astronomische höhen explodiert und lassen die schon sehr hohen preise auf ibiza als sonderangebote wirken. so gab es doch tatsächlich eine party eines englischen radiosenders, der drei top-trance acts präsentierte, deren eintrittpreis angeblich 500 $ betrug. wollte man auch noch einen tisch reservieren kostete dies noch einmal 2000 us$. welch ein glück, dass ich nicht auf trance stehe - und dass es gästelisten gibt. |
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"man kommt zum club, sagt brav seinen satz: «i’m on the guestlist» und ohne überhaupt in die liste zu schauen erwidert der türsteher in „äußerst“ freundlichen ton: «no you are not on the list»" |
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das war allerdings dieses jahr auch so eine sache, man kommt zum club, sagt brav seinen satz: „i’m on the guestlist“ und ohne überhaupt in die liste zu schauen erwidert der türsteher in „äußerst“ freundlichen ton: “no you are not on the list“. meist kann man nach einigen erklärungen und etwas diskussion den bouncer dann doch noch dazu bewegen mal nachzusehen – und welch überraschung, da steht ja mein name. dass es nicht nur mir so ging, bestätigten mir viele andere, wie beispielsweise jamie lewis. dieser sah seinen namen sogar auf einer gästeliste, sollte aber trotzdem zahlen.
war man dann endlich (meist schon etwas genervt) im club angekommen, setze sich das ganze dilemma allzu oft fort. nirgends sind getränkepreise ausgelegt oder ausgehängt und man muss sich schon etwas wundern warum man innerhalb einer stunde für einen wodka-bull zehn, zwölf oder 14 us$ zahlen soll. auch erwarten die amerikanischen bartender, die ihren lohn ja mit dem trinkgeld machen, selbstverständlich, dass man pro getränk ein minimum von ein bis zwei dollar tip gibt. verzichtet man bei der 14 us$ dollar variante mal darauf (offensichtlich rechnet der bartender ja schon vier dollar pauschal für sich ein) wird man schnell mal als „muthaf****“ bezeichnet.
insgesamt war diese unfreundlichkeit bei allem servicepersonal in restaurants, hotels und so weiter zu beobachten. auch wenn das personal schon in den vorjahren nicht das freundlichste war, bemerkte man hier eine immense steigerung zum negativen…
die wmc galt bisher immer als der ort um tonnen von promos abzustauben und schon im märz die sommerhits des jahres zu hören. meist war es ja so, dass „die conference hits“ später im jahr zu den club-, wenn nicht gar kommerziellen hits wurden. was sich hier schon letztes jahr andeutete, nahm bei dieser wmc seinen lauf. kaum einer hatte promos zum verteilen dabei, sondern diese waren schon vorher an die „tastemaker“ verschickt worden. |
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"so gab es in miami kaum frische tunes zu hören, was für mich, der immer auf der suche nach frischen sounds ist, eindeutig den partyspaß beeinträchtigte" |
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da jedes label sicherstellen will, dass der eigene release auch in miami zu hören ist, erhält man als gebookter dj in den letzten zwei wochen vor der konferenz so viele promos – meist als downloadlink – dass man dieser flut, selbst mit schneller dsl leitung, nicht herr werden kann. so gab es in miami kaum frische tunes zu hören, was für mich, der immer auf der suche nach frischen sounds ist, eindeutig den partyspaß beeinträchtigte.
auch war dieses jahr eine extreme spaltung innerhalb der verschiedenen stilrichtungen festzustellen. nicht nur, dass sich die minimal und elektrofraktion von der housefraktion separiert, sondern auch unter den „housern“ war eine spaltung zwischen der „uplifting“ und „deepen“ szene zu beobachten.
trotz all der negativen aspekte, die dieses jahr sicher ihren vermeintlichen höhepunkt erreicht hatten, gab es auch licht am horizont. spinna spielte für mich das set der conference. in einem siebenstunden classic set schaffte er eine perfekte zeitreise von 70er funk und disko über ein paar geschmackvolle 80ies und acidsounds zu house und wieder zurück zu original disko und afrobeats, die man einfach nur als musikgeschichtsunterricht bezeichnen kann.
das shelter event war (wie schon letztes) jahr ein absolutes muss für jeden house-connaisseur. mit einem, wie immer wenn timmy regisford seine finger im spiel hat, unglaublichem soundsystem packte einen der vibe der party sofort – schön zu beobachten, dass sich das publikum nicht erst „warmtrinken“ muss, um auf die tanzfläche zu gehen. quentin harris spielte ein super vorprogramm und sting international brachte die party zum explodieren, bevor dann mr. timmy „shelter“ regisford selbst übernahm. |
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"im moment scheinen unzählige neue konferenzen und musikmessen aus dem boden zu sprießen" |
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die eigene gogo party in zusammenarbeit mit atal music war sehr erfolgreich. hier noch mal ein kleiner dank an alle djs (raw artistic soul & sosue, benny pecoraio, roberto de carlo, jamie lewis, jask, alton miller, hanna haïs, danny marquez, sergio flores, dj ralph, phil kamp, dj peavey) sowie an das management des wunderschönen hotel victor am ocean drive für die location. wenn es interessiert: wir haben eine kleine gallery mit party-pics auf gogo-music.
weiterer party-höhepunkt war für mich bembe mit osunlade, karizma, carlos mena, ian friday, spinna, die sich wirklich mühe gaben und neben toller musik auch ein leckeres barbecue und obst „for free“ boten. außerdem muss ich noch „sweat“-party vom atlanta deep house collective um michael alan und calvin morgan erwähnen, die ebenfalls excellent war.
schließlich und endlich sollte sich miami überlegen, wenn es seine ausnahme- und vorreiterstellung in sachen musikkonferenzen behalten will, ob der eingeschlagene weg der party-veranstalter sowie der gastronomischen betriebe der richtige ist. denn im moment scheinen unzählige neue konferenzen und musikmessen aus dem boden zu sprießen.
so gibt es dieses jahr im april erstmals die samc (south afrikan music conference), im mai die dmde (detroit), im juni veranstaltet defected die ibiza music conference, schon etwas länger gibt es die ade (amsterdam), und sicher noch einige mehr. will die wmc in miami nicht eine von vielen werden, sollten sich alle beteiligten überlegen ob man dem ruf des „amerikanischen servicelands“ gerecht wird!
stay true and positive...yours ralf
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mehr über ralf gum und sein label gogo gibt's
auf der gogo homepage. |
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