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housefloor portrait :: joachim spieth


   
.:: joachim spieth ::.
 
biografie
 

als “very charming minimal house with blackforest funk” taxierte einst ein rezensent aus den usa die erste maxiveröffentlichung des 1979 geborenen joachim spieth – der jedoch, so schön der verklärte blick aus übersee auch sein mag, nicht aus der einöde des schwarzwald stammt, sondern in einem beschaulichen kaff nahe stuttgart herangewachsen ist.

„abi 99“ erschien, wie der titel es bereits suggeriert, 1999 beim frisch gegründeten imprint kompakt, welches die vorreiterlabel des deutschen minimalismus profan und studio1 vereinigte und das bis dato keinen künstler außerhalb des natürlich gewachsenen „delirium-klüngel“ kölns featurte. als der britische ausnahme-dj und kultmoderator john peel kurz nach release die maxi in seiner legendären radioshow spielte, war klar, dass sich die fünf jahre forschungsarbeit mit synths und drummachine gelohnt hatten.

beflügelt durch die öffentliche aufmerksamkeit remixte spieth im folgenden jahr bereits egoexpress auf ladomat, legte mit „you don`t fool me“ die follow up 12“ auf kompakt nach und veröffentlichte beim köln-stuttgarter label onitor nebenher mal eben sein debütalbum „fluchtpunkt“.

durch die fähigkeit, musikalisch stets variabel und facettenreich aufzutreten, gewinnt er in der tanzmusikszene schnell neue hörer, wobei sein bevorzugtes terrain irgendwo inmitten der schnittmenge von minimalem technoscapes, düster raunzendem techhouse und verspieltem ambient liegt. eine melange aus einflüssen, die wohl nicht zuletzt im backkatalog von warp zu finden sind.

2003 nimmt the orb-mastermind dr. alex patterson den track „you don`t fool me“ auf seine „back to mine“-compilation, während joachim an der seite von kompakt-ceo michael mayer den achten teil der „speicher“-reihe bestreitet und mit dem track „under pressure“ in bester cologne-stripped-techno-manier nach vorne geht. sogar sven väth vermerkt das wohlwollend auf seiner playlist. dieser etwas robusteren gangart bleibt er auch auf auftrieb treu, wo im selben jahr „schlag auf schlag“ das licht der welt erblickt.

es folgen diverse remixe (für michael mayer, reinhard voigt, einmusik, ego express, process, apoll, bjoern stolpmann, pigeon funk, wolfgang hagedorn, u.a.) so wie einige compilation-lizenzierungen, eine weitere erfolgreiche speicher-maxi und etliche engagements als dj – die seite an joachim spieth, von der bis dato nicht viele wussten. in den letzten zwei, drei jahren hat sich das aber grundlegend geändert, er bereiste deutschland und europa, wo er meist den schmalen grenzgang zwischen forciertem house und rankem techno wählte – und damit mehr als gut fuhr. „ein set muss vielseitig sein (...) spannung auf- und abbauen können“, erklärt er – eine aussage die gerade in zeiten von inflationärer minimalisierung nicht nur couragiert ist, sondern auch musikalisch immer wieder willkommene abwechslung bietet.

auch wenn es bei den jüngsten produktionen und dj-sets etwas weniger knarzig und krachig zur sache geht, hat sich joachim stets das faible für massive beats und bässe bewahrt, für das „gefühlte untenrum“ - eben für das, was es im club ausmacht, das die leute arme und beine werfen.

oliver klangschneider
 
 
 
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