wenn jemand wie pascal feos auf eine über 22-jährige dj-karriere und unzählige genre prägende releases – sei es nun solo oder für projekte wie resistance d. bzw. sonic infusion – zurückblicken kann, ist die versuchung groß, im zusammenhang mit neuen veröffentlichungen eine reminiszenz lebender techno-geschichte zu konstruieren. natürlich ist diese betrachtungsebene in sich erst einmal folgerichtig, und dass das musik-ästhetische empfinden vom persönlichen weg der biografie ins jetzt bestimmt wird, kann wohl niemand ernsthaft bestreiten. andererseits: clubmusik fühlte sich schon seit jeher am wohlsten an der schnittstelle zwischen gegenwart und zukunft, oder kennt ihr etwas langweiligeres als die simple reanimation des gestern, die man landläufig auch unter dem modebegriff retro offeriert?
drei jahre nach dem noch auf pv records veröffentlichten album "self reflexion" ist es für pascal feos anfang 2006 wieder einmal zeit für eine standortbestimmung, die nach dem erfolg der letzt jährigen "tanzbombe"-ep ebenfalls auf dem seit sommer 2004 existenten label level non zero erscheint. und dabei war es dem perfektionisten umso wichtiger, mit seinem dritten solo-longplayer "synaptic" eben nicht die vermeintlich sicheren pfade der clubmusik zwischen elektroclash-nostalgie und spleenigen "beats and clicks" zu beschreiten. natürlich hat der acid von "g-tone" eine geschichte in verbindung zum chicago-house ende der achtziger, und auch die modulationen von "ausklang" werden bei dem einen oder anderen erinnerungen an den acid der neunziger aufkommen lassen. was aber viel entscheidender ist: "synaptic" versteht sich vor allem als ein plädoyer für techno/techhouse des jahres 2006 und ist wahrscheinlich die hypnotischste beschwörung des groove, die je das studio von pascal verlassen hat. |