schon mit 13 jahren begeistert thomas barnett seine freunde mit wilden dj-sets aus kraftwerk-, funkadelic- und electronic-disco-platten. als autodidakt erwirbt er innerhalb kurzer zeit kenntnisse in der bedienung von gitarre, bass, drums und keyboard. durch seinen kumpel chez damier lernt barnett derrick may kennen, den er bald regelmässig besucht, um mit diesem sounds und ideen auszutauschen, was schliesslich zu ihrem nicht nur in techno fachkreisen bekannten studioprojekt unter dem alias "rhythim is rhythim" führt und damit zum detroit-klassiker "nude photo", der folgerichtig 1987 auf transmat veröffentlicht wird.
barnetts partnerschaft mit may [ s. hier auch "my nude photo" und "10 questions for thomas barnett ], die heute nur noch aus rein unverbindlich nichtssagenden, wie gegenseitigen "höflichkeitsadressen besteht" - "derrick meldet sich nur, wenn er sich irgendwas ausleihen will, oder haarpflegetips benötigt" -, endete kurz nach diesem release substanziell, da "mayday" die producercredits lieber auf sich allein bezogen wissen wollte, und barnett dadurch die teilhabe am wirtschaftlichen erfolg der produktion versagt bieb. davon nicht unerheblich frustriert, arbeitete er anschließend für juan atkins metroplex-studios, wo er allerdings sein wissen als engineer und producer erheblich erweitern konnte. unter dem pseudonym subterfuge veröffentlichte er so in der folge u.a. die "liquid poetry" ep und lieferte ebenso seinen beitrag zur "313 detroit"- compilation. der vertrag mit dem niederländischen label prime räumte barnett ausserdem die chance ein, seinen bekanntheitsgrad in europa nicht unwesentlich zu vergrößern und seine botschaften neu zu formulieren.
der re-edit seines transmat klassikers "my nude photo", als weiterer schritt in diese neue richtung angedacht, vermochte allerdings aufgrund nachlässiger promotion seitens der beteiligten vertriebscompany nicht all diejenigen zu erreichen, die er hätte erreichen sollen. zwei weitere releases, die "reality" ep und "the enchantress" folgen, bevor barnett dann die arbeit zu seinem debutalbum aufnimmt, das 1993 unter dem namen "synthetic dream" auf prime erscheint. nach einer kreativen pause startet er schließlich 1996 sein eigenes label visillusion records, dass von submerge vertrieben wird und dessen erste veröffentlichung den titel "brotherhood of blood" ep trägt. die "reunited with myself" ep und die unmittelbar darauffolgende "foundation series" ep, auf der er erstmals minimale und funk elemente miteinander verbindet, produziert er wieder unter seinem alter ego subterfuge. zwei weitere richtungsweisende releases für kölns psycho thrill imprint, die u.a. auch von sven väth gechartet werden, schliessen sich an. das auf einem von diesen enthaltene "do bionics cristallize?" wird außerdem aktuell von richie hawtins für seine aktuelle "de9 transitions" dvd in der "time warp condensed" session lizensiert.
doch obwohl thomas barnett bis heute mehr als konsequent produziert, gilt er vielen noch immer eher als einer der stillen stars des techno sound of detroit, obschon er derzeit wie kein zweiter versteht, und dies an etlichen auf minus veröffentlichenden kollegen vorbei, klassische detroiter schule mit der des europäischen techno minimalismus zu konjugieren. hieraus resultieren auch sein aktueller release "thrill of the hunt" auf steve bugs poker flat sublabel audiomatique und follow-ups wie das extrem ravig verspielte wie upliftende "the original day" auf liebe_detail (hamburg) und weitere in kürze zur veröffentlichung kommende tracks auf psycho thrill und pure rhythm recordings. dennoch, oder auch gerade deswegen gilt: ohne "nude photo" und andere beiträge aus barnetts produzenten-feder wäre die entwicklung von techno bestimmt anders verlaufen, der sich allerdings auf diesen lorbeeren nicht ausruhen will, sondern sich in seiner arbeit eher dem lust- und liebe für techno verschrieben hat. "you really do get to meet some of the most honest, drug-free, loyal, down-to-earth, releiable and punctual folks alive with this job and the thrill u get from hunting for the perfect techno beat, unloading it, then watching and feeling the response. there is nothing like it!" |