mit dem untergrunddasein war jedoch spätestens letztes jahr, nach dem erscheinen des viel beachteten albums black beauty, das er gemeinsam mit seiner lebensgefährtin eva padberg produziert hat, endgültig schluss.
das album boissche untiefen, welches als soloprojekt unter den pseudonym marek bois herauskommt, besteht aus zwei cds, wobei die bezeichnung als doppelalbum übertrieben wäre: teil zwei ist der live-mitschnitt eines sets, welches marek bois im november letzten jahres im berliner kultclub tresor zum besten gab. schade dabei ist, dass von den elf tracks der live-cd mehr als die hälfte in unveränderter form bereits auf der ersten cd enthalten sind. diese ist dafür aber umso erfreulicher.
beim ersten hinhören wirken die tracks sehr innovativ. das beruht zum einen auf den lebendigen, organischen sounds, die marek bois zum teil analog produziert hat (das heißt echte geräusche aus realen gegenständen – wann bekommt man so etwas bei minimal schon mal zu hören?!). zum anderen sind die tracks abwechslungsreich, weil an den einzelnen sound-elementen immer wieder rumgebastelt wird, wodurch sie sich nicht abnutzen.
im kontrast dazu steht das sehr direkte, trockene, fast spröde grundgerüst. die daraus resultierenden kräftigen, technoiden beats verleihen den tracks stets einen kräftigen vortrieb. auch dadurch wird das gefrickel hier nicht zum geduldsspiel. daraus ergibt sich aber auch, dass das album nur beim ersten hinhören innovativ erscheint. in wahrheit sind die tracks sehr klassisch arrangiert, was jedoch keinen kritikpunkt darstellt.
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