Black Ships lässt sich gut durchhören, weil es sich entwickelt. Auch wenn das Album kaum homogen ist, so gibt es doch ein paar typische Elemente. Erstens die an Gabriel Anandas erinnernden, organischen Samba- und Funk-Rythmen.
Zweitens die psychedelischen, teils durch Kraftwerk inspirierten, teils einer Hammond-Orgel ähnelnden Synthiklänge, die einige Tracks mit einem gesunden Destruktivismus gezielt zerlegen. So wollen sich die ersten Tracks denn auch nicht so recht in das Ambiente-Genre fügen, in welches sie letztendlich doch gehören.
Black Ships ist charakterisiert durch Licht und Schatten. Nach dem gelungenem Auftakt wird das Album über die Mitte etwas zäh, wirkt plötzlich uninspiriert. Das gilt besonders für Reincarnation und Still Sequence, welches seine Einzigartigkeit in nervigen Effekten sucht. Warum ausgerechnet Reincarnation als Single veröffentlicht wird, ist rätselhaft.
Hat man es aber über die Mitte geschafft, gewinnt das Album wieder an Fahrt. Deep Sea ist spannend, Kagura konsequent, Game Over funkig. Midnight Emporer aber fällt entgültig aus dem Rahmen. Ein technoider House-Track ohne Flächen, dafür mit kurzangebundenem Beat beweist die Vielseitigkeit von Tokyo Black Star.
Unerwartet gleitet der nächste Track ab in psychedelische Klangwelten, die selbst hartgesottenen Ambiente-Freunden zu konturlos sein dürften. Gerade diese hemmungslose Unerschrockenheit macht das Album so sympatisch.
Danach wieder ein disco-affiner House-Track mit Kraftwerk-Synthis, um schließlich die Reise in einem etwas monotonen, halbfertig erscheinenden Ambiente-Track zu beenden.
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