Schwer zu beurteilen, ob Len Faki zu jenen gehört. Vermutlich ja, denn zu gut hat er genau jene, fiebrige Stimmung, die für gewöhnlich im gleichnamigen Club herrscht, auf Berghain 03 eingefangen.
Während der ersten Hälfte des Sets ist die Stimmung zum Zerreißen gespannt. Unter der Oberfläche brodelt es und brodelt mit jedem Track ein wenig mehr. Man fragt sich, wann das Set endlich explodiert, doch Faki hält die Spannung. Stattdessen dreht die Musik immer mehr ab, wird düsterer und eben kranker.
Das Set lebt von jener gespannten Erwartungshaltung, die Faki beim Zuhörer erzeugt. Der einzelne Track zählt hier nichts, der Kontext in dem er steht, alles. Darin liegt das besondere Können Fakis, das seinesgleichen sucht.
Die zweite Hälfte wird zunehmend housiger. Von tiefen Sümpfen gelangt der Zuhörer nun in seichtere Gewässer. „Timbuktu“ als Hymne gegen Ende wirkt leider abgedroschen, zu obligatorisch, und „Where is home?“ im Burial Mix als Abschlusstrack schon arg seicht.
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