Ebendiese Horrorvision exisiert auch in Bezug auf gute Musiker, gute Labels etc. - man kennt die Besten und das war's. Zum Glück wird man von diesen Zwangsvorstellungen immer wieder befreit, kürzlich geschehen durch Balance 16, zusammengestellt von Agoria.
Hinter der Selbstfixierung der deutschen Elektro-Szene verborgen, gelingt dem australischen Label EQ Recordings mit der Compilation-Reihe Balance seid 2001 regelmäßig der ganz große Wurf. Nach James Holden oder Will Saul in den letzten Jahren, hat man sich mit gewohnter Stilsicherheit diesmal für Agoria entschieden. Hinter diesen Namen wiederum verbirgt sich der französische DJ und Produzent Sébastien Devaud, der in seinem Leben erst relativ spät zur elektronischen Musik fand. Umso beeindruckender sein schneller Sprung vom heimatlichen Lyon in die Pariser Clubs. Seine Single La Onzième Marche sowie die Tatsache, dass Laurent Garnier und DJ-Hell diese offensichtlich mochten, verhalfen Devaud 2003 zum Durchbruch.
Zwar geht Qualität vor Quantität, dennoch sei hier erwähnt, dass sich auf Balance 16 zusammen sagenhafte 50 Tracks befinden. Dadurch ist die Compilation kurzweilich, jedoch ohne jede Hektik.
Die Ausgegelichenheit, welche Balance 16 ausstrahlt ist Konzept, denn so Agoria selbst: "the concept of both Cds is all about balance. I'm trying to be as close as possible to this idea". Und das ist Agoria vortrefflich gelungen.
Die Balance, die er fand, zeigt sich in der perfekte Dramaturgie. Darin liegt die größte Leistung Agorias, denn ihm gelingt, was alle versuchen und nur wenige schaffen - eine über 2 Stunden entweder steigende oder konstant bleibende Spannungskurve.
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