Als Compilations (schon vor einigen Jahren) zu nerven begannen, wurden sie einfach tot gesagt. Allerdings war der Wunsch Vater des Gedankens, denn sie sind nicht weniger geworden - dafür aber besser! Exemplarisch sei hier auf die Club-Compilations vom Watergate oder dem Berghain verwiesen, oder auf die Reihen der Labels EQ Recordings (Balance), Mule Musiq - und eben auf Total 11.
Die schiere Fülle an Stars (DJ Koze, Heiko Voss, Matias Aguayo, Wolfgang Voigt, Robag Wruhme etc.) ist nicht das, was überzeugt. Oft genug zählt bei Compilations das Motto 'große Namen und nichts dahinter'. Vielmehr überrascht Total 11 durch die unerschrockene Selbstsicherheit der Auswahl. Kompakt will weder elitäre Alleinstellung durch expressive Avantgarde, noch Anbiederung beim Disco-Volk durch zugänglichen Pop.
Dabei sind beide Spezies elektronischer Musik vertreten. Aber statt eines verzweifelten und für die Ohren schmerzhaften Spagats gelingt Total 11 durch eine gelungene Auswahl und die perfekte Dramaturgie der Brückenschlag.
Gegenüber der früheren Ausrichtung ist Kompakt mit Total 11 bunter geworden. Dabei widerspricht sich Massentauglichkeit und Musik mit höchsten Niveau-Ansprüchen nicht. Die Herausforderung beides zu vereinen, ist sogar vielfach größer. Wer dagegen spröde Sparten belegt, kann stets die Fahne des Elitären hoch halten und hat es so leichter, vermeintliche Qualität zu produzieren.
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